Bundesbank Schlechtestes Ergebnis seit 17 Jahren
Frankfurt - Eigentlich hatte Eichel damit gerechnet, 3,5 Milliarden Euro von der Zentralbank zu bekommen. Die Prognose stützte sich auch auf die Ergebnisse der letzten Jahre: 2002 hatte die Zentralbank noch einen Gewinn von 5,4 Milliarden Euro verbucht.
Dass in diesem Jahr weit weniger für den Finanzminister und sein Ministerium abfällt, liegt unter anderem an den Wechselkursentwicklungen. Die Bundesbank tätigte zum Jahresende hohe Abschreibungen und musste nach eigenen Angaben einen Bewertungsverlust von 2,3 Milliarden Euro verkraften. Davon sind nach Angaben der Bank 1,7 Milliarden Euro auf US-Dollar entfallen.
Da auch der größte Teil der Währungsreserven in zinstragenden US-Anleihen angelegt ist, wirkte sich der Dollar-Verfall 2003 besonders stark aus. Aus Gold-, Dollar- und Wertpapiergeschäften realisierte die Bank nur Gewinne in Höhe von 0,5 Milliarden Euro.
Die wichtigste Quelle für den Bundesbankgewinn waren die Zinserträge in Höhe von 4,9 Milliarden Euro.
Der deutlich niedrigere Bundesbank-Gewinn bedeutet für den Bundeshaushalt 2004 einen unmittelbaren Einnahmeausfall von rund 3,25 Milliarden Euro. Dennoch sei keine höhere Neuverschuldung notwendig, hieß es heute aus dem Finanzministerium. Nach "gegenwärtiger Einschätzung und bei positiver gesamtwirtschaftlicher Entwicklung" müsse die geplante Nettokreditaufnahme nicht überschritten werden, sagte Ministeriumssprecher Jörg Müller heute in Berlin.