Bundesbank: Sorge um Euro-Schwäche wird größer - DER SPIEGEL
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Bundesbank Sorge um Euro-Schwäche wird größer

Der Deutschen Bundesbank ist die anhaltende Euroschwäche offenbar ein Rätsel. Die Lage sei besorgniserregend, aber letztendlich auf eine Überreaktion der Finanzmärkte zurückzuführen, teilte die Bundesbank mit. DaimlerChrylser-Chef Jürgen Schrempp warnte vor wachsender Inflationsgefahr.
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Frankfurt am Main/Hamburg - Der Kursverlust des Euro um fast 25 Prozent gegenüber dem Dollar seit der Einführung Anfang 1999 beruht nach Überzeugung der Bundesbank überwiegend auf einer klaren Fehlbeurteilung an den Devisenmärkten. Die innere Stärke der gemeinsamen Währung werde "nicht ausreichend gewürdigt", schreibt das Institut in seinem Mai-Bericht.

Die Finanzmärkte hätten den Bezug "zu den fundamentalen Faktoren mehr und mehr verloren". Während die Abwertung 1999 noch mit den geringeren Wachstums- und Zinsperspektiven im Euro-Gebiet zu erklären gewesen sei, deute mittlerweile alles auf eine Überreaktion hin. Studien von internationalen Organisationen wie dem Währungsfonds oder der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung stützten die Annahme, dass der Euro 20 bis 30 Prozent unterbewertet sei.

Die kurzfristigen Exporterfolge der Euroländer als Folge der Euroschwäche dürften nicht überschätzt werden. Der Anteil der Waren-Ausfuhren am gesamten Bruttoinlandsprodukt des Eurolandes betrage nur 13 Prozent.

Die kräftige Kurskorrektur an der amerikanischen Technologie-Börse, die bis dahin als Magnet für das Anlage suchende Kapital galt, habe den Trend gegen den Euro bislang nicht umdrehen können. "Selbst die ständig wachsenden Leistungsbilanz-Defizite der USA und die daraus resultierenden Unsicherheiten haben die positive Grundstimmung zu Gunsten des Dollar nicht beeinträchtigt." Bei einem Kursniveau von 2,20 Mark sei der Dollar so teuer wie zuletzt im Juni 1986.

Auch DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp ist um den Euro besorgt. In einem Interview mit der "Bild" sagte er, dass bei der augenblicklichen Euro-Schwäche die Inflationsgefahr wachse. "Die Innenstärke des Euro ist in Ordnung, nicht aber der Außenwert. Das hilft dem Export, aber auf Dauer importieren wir Inflation. Das wäre für unser Land schädlich." Für die Zukunft erwartet Schrempp allerdings, dass der Euro seine Schwäche überwindet. "Wenn die Finanzmärkte erkennen, dass Europas Wirtschaft wächst, wird sich das umdrehen."