Bundesdruckerei: Käufer gefunden - DER SPIEGEL
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Bundesdruckerei Käufer gefunden

Das Bundesfinanzministerium wird die Bundesdruckerei offenbar an eine Risikokapitalgesellschaft verkaufen. Nach einem internen Papier, das SPIEGEL ONLINE vorliegt, ist bereits ein Börsengang der Gelddrucker vorgesehen.
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Berlin - In dem Papier wird die Beteiligungsgesellschaft Apax als einziger Kandidat genannt, mit dem nun Verkaufsverhandlungen geführt werden. Der Verkaufspreis beträgt rund zwei Milliarden Mark. "Die Unterzeichnung des Kaufvertrages wird kurzfristig angestrebt, so dass eine Vereinnahmung des Privatisierungserlöses noch im laufenden Jahr erfolgen kann", heißt es.

Die Bundesdruckerei stellt Personalausweise, Reisepässe und Führerscheine her. Darüber hinaus druckt sie Banknoten. Über eine expansive Zukaufspolitik hat sie in den vergangenen Jahren aber auch eine Reihe von Hightech-Töchtern erworben, die das traditionelle Druckereiunternehmen zu einem modernen Sicherheitskonzern gemacht haben.

Die zwischen Finanzministerium und Apax vereinbarten Verkaufsbedingungen legen fest, dass die Bundesdruckerei als Konzern erhalten bleiben soll. Damit sind Pläne vom Tisch, nach denen das Unternehmen zerlegt werden sollte. Die Belegschaft hatte daraufhin mit massiven Arbeitskämpfen gedroht.

Alle Bieter waren vor allem an der besonders zukunftsträchtigen Bundesdruckerei-Tochter Orga interessiert. Das Paderborner Unternehmen hat sich auf anspruchsvolle Chiptechnologie spezialisiert, die vor allem in Mobilfunk-Telefonen zum Einsatz kommt.

Das Konzept von Apax sieht dem Papier zufolge vor, die Bundesdruckerei zu einem späteren Zeitpunkt an die Börse zu bringen. Sollte das Unternehmen dann mehr wert sein als heute, würde der Bund "über einen Besserungsschein partizipieren". Das bedeutet, ein Teil der Erlöse des Börsengangs würden zusätzlich zum Verkaufserlös von zwei Milliarden Mark in die Bundeskasse fließen. Darüber hinaus hat sich Apax bereit erklärt, ein Beteiligungsprogramm für die Mitarbeiter der Bundesdruckerei aufzulegen, wie es vor allem von Arbeitnehmervertretern gefordert wurde.

Einen Verlust von Arbeitsplätzen im Rahmen der Privatisierung schließt das Finanzministerium aus. Standortschließungen und betriebsbedingte Kündigungen seien "tarifvertraglich bis zum 31. März 2003 ausgeschlossen". Auch die Rentenansprüche der Beschäftigten seien durch den Verkauf nicht gefährdet. "Alle Ansprüche bleiben weiterhin bestehen und sind - wie bisher auch - entsprechend rückgedeckt." Auf dem Unternehmen lasten Pensionsverpflichtungen von rund 500 Millionen Mark. In den vergangenen Tagen war es an den Standorten Berlin, Bonn und Neu-Isenburg zu Arbeitsniederlegungen der verunsicherten Beschäftigten gekommen.

Ursprünglich hatten mehr als 70 Unternehmen Interesse an der Bundesdruckerei bekundet. In der letzten Bieterrunde blieben drei übrig, neben Apax die beiden französischen Unternehmen F.C. Oberthur und Schlumberger.