Bundesliga: "Infames Spiel" - DER SPIEGEL
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Bundesliga "Infames Spiel"

Bayer-Leverkusen-Manager Wolfgang Holzhäuser, 52, über das Geschacher um die Bundesliga-Rechte
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPIEGEL:

In dieser Woche will die Deutsche Fußball Liga (DFL) darüber entscheiden, welche Sender in der kommenden Saison die Bundesliga übertragen sollen. Was hat bei den Verhandlungen für Bayer Leverkusen Priorität?

Holzhäuser: Zwei Dinge: erstens finanzielle Sicherheiten und zweitens eine Sendegarantie im Free-TV.

SPIEGEL: Ist das auch die einheitliche Meinung unter den 36 Clubs der ersten und zweiten Liga?

Holzhäuser: Soweit ich die Kollegen kenne, sehen sie das auch so. Wir wollen eine Garantie, dass die vereinbarten Gelder auch bezahlt werden. Aus Erfahrung wird man ja klug. Und wir denken an den Fußballzuschauer, der eben keinen Pay-TV-Anschluss hat.

SPIEGEL: Wenn Sie mit der insolventen KirchMedia abschließen, laufen Sie Gefahr, dass es ähnlich wie bei Philipp Holzmann nach einem Jahr schon wieder klemmt beim Vertragspartner ­ und Sie dann vor derselben Situation stehen wie im Mai dieses Jahres: Kirch ist Ihnen noch 80 Millionen Euro aus der vorigen Saison schuldig geblieben.

Holzhäuser: Natürlich ist das ein Problem. Ich weiß ja nicht, wer die neuen Eigner von KirchMedia sein werden. Deshalb gibt es auf meiner Prioritätenliste einen Punkt drei: Wenn irgendetwas passiert, sollten die Rechte nicht nur zurückfallen an die DFL, sondern wir sollten sie sofort wieder neu vermarkten können.

SPIEGEL: Das ist auf Grund der Vertragslage derzeit offenbar strittig.

Holzhäuser: Klar ist: Ein Abschluss mit einem Partner, der nicht KirchMedia heißt, ist juristisch schwieriger. Auf der anderen Seite hat KirchMedia eindeutig erklärt, dass es bestehende Verträge nicht erfüllen will und kann. Das berechtigt uns zumindest, mit anderen zu verhandeln.

SPIEGEL: Das 300-Millionen-Euro-Angebot von Aim, der Firma von Herbert Kloiber, hat KirchMedia unter Handlungsdruck gesetzt. Die DFL klagte zuletzt, KirchMedia spiele auf Zeit.

Holzhäuser: Ich halte es für infam, auf dem Rücken der Vereine, die große Liquiditätsprobleme haben, mit den Möglichkeiten des Insolvenzrechts zu spielen. Wir haben jetzt eine komfortable Situation: Es gibt wieder einen Wettbewerb.