Bundesliga-TV: Dämpfer für Premiere - DER SPIEGEL
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Bundesliga-TV Dämpfer für Premiere

Die Chancen für Premiere sinken, doch noch ein Bundesliga-Live-Angebot zu präsentieren. Die Deutsche Fußball Liga als Anbieter der Übertragungsrechte äußerte sich kritisch zu den Alternativplänen des Münchener Pay-TV-Kanals.
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Frankfurt am Main - "Nein, die Sachlage ist eindeutig. Arena besitzt die Live-Rechte für das Free- sowie das Pay-TV", sagte Christian Seifert, Chef der Deutschen Fußball Liga (DFL), auf die Frage, ob es sein könne, dass es in der kommenden Saison ein weiteres Pay-TV-Angebot geben werde. Seifert äußerte sich heute in einem Interview im DFL-eigenen Newsletter.

Die Aussagen sind als Dämpfer für den Bezahlsender Premiere   zu werten. Die Münchener waren bei der Rechtevergabe für die kommenden drei Spielzeiten Ende 2005 leer ausgegangen. Da Live-Fußball als Publikumsmagnet gilt, rauschte der Premiere-Aktienkurs danach in die Tiefe und hat sich seither nicht erholt.

Um eine Flucht seiner Kunden zu vermeiden, hatte der Pay-TV-Sender stets betont, dennoch vor Ende der laufenden Bundesliga-Saison am 13. Mai ein Bundesliga-Angebot vorstellen zu können. Dazu liefen Gespräche mit den Rechteinhabern, darunter die Deutschen Telekom, die sich die Internet-Übertragung gesichert hatte.

In Presseberichten hieß es, Premiere werde das geplante Bundesliga-Liveangebot der Telekom produzieren. Im Gegenzug könne der Kanal das Fußball-Programm des Bonner Konzerns seinen Pay-TV-Kunden doch noch zugänglich machen. Die Telekom hatte bekräftigt, mit Premiere - wie auch mit anderen Anbietern - über Inhalte ihres Unterhaltungsangebots und Fußball im Internet zu sprechen.

Skepsis bei der DFL zu Telekom-Kooperation

Neben der Telekom-Kooperation bleibt Premiere nur noch die Möglichkeit einer Sublizenz. Diese wird es aber wohl nicht geben, denn Arena, eine Tochter des Kabelanbieters Unity Media, hatte deutlich gemacht, nicht mit Premiere darüber zu sprechen. Damit wäre ausgeschlossen, dass der unterlegene Anbieter weiter auf dem gewohnten Weg - also via Kabel oder Satellit - die Bundesliga überträgt.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mit der Situation vertrauten Kreisen berichtet, hat die DFL allerdings auch große Bedenken gegen ein Modell, das es Premiere erlauben würde, die Fußball-Bundesliga mit Hilfe der Telekom unter eigenen Namen anzubieten. DFL-Chef Seifert sagte in dem Interview, die Rechte seien trotz des zunehmenden Zusammenwachsens der Medien klar definiert. "Das war uns natürlich bei der Ausschreibung bewusst."

Deshalb sei bei der Vergabe der Rechte nicht allein der Preis entscheidend gewesen, sondern auch das eingereichte Konzept des jeweiligen Bewerbers, hieß es weiter. "Und dieses Konzept wurde dann Grundlage der Vertragsbeziehung", sagte der DFL-Chef. Auch die Inhalte seien damit klar definiert.

suc/Reuters