Bundesligarechte Premiere sagt Arena den Kampf an
Hamburg - Noch vor wenigen Wochen sah der Bezahlsender Premiere wie der sichere Verlierer im Bieterwettstreit um die Fernsehübertragungsrechte der Fußball-Bundesliga aus; die Unity-Media-Tochter Arena hatte dem Münchener Sender das Geschäft zum Preis von 250 Millionen Euro vor der Nase weggeschnappt. Jetzt aber ist Premiere in die Offensive gegangen.
Nach Informationen von manager-magazin.de hat das Unternehmen um Vorstandschef Georg Kofler die zuständige Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen eingeschaltet. Premiere hat Widerspruch dagegen eingereicht, dass Arena überhaupt eine Zulassung als Rundfunk zur bundesweiten Verbreitung erhalten habe. Die Landesmedienanstalt war heute für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
Koflers Anwälte argumentieren, dass die Düsseldorfer Landesmedienanstalt die Bestimmungen des Landesmediengesetzes schlicht fehlerhaft angewendet und ihren Gestaltungs- und Beurteilungsspielraum überschritten habe. Durch die Zulassung von Arena hätten die Beamten die Möglichkeit zu Meinungsvielfalt im Rundfunk zu stark eingeschränkt.
Arena-Sprecherin Susanne Jahrreiss wollte den Premiere-Widerspruch nicht kommentieren.
Premiere sorgte bereits vor einigen Wochen für Aufsehen, als das Unternehmen die Nähe zur Deutschen Telekom suchte. Europas größter Telekommunikationskonzern hatte zuvor die Internetfernsehrechte an der Fußball-Bundesliga erworben - für einen Bruchteil der Summe, die das Kabelnetzbetreiberkonsortium Arena für die Fernsehrechte zahlte. Über die Infrastruktur von Premiere und deren Kunden könnten diese IP-TV-Rechte genutzt werden, um via Internet das Programm auf die Bildschirme zu übertragen. Die Telekom hatte gegenüber manager-magazin.de bestätigt, unter anderem mit Premiere über Möglichkeiten zur Aufarbeitung der Bundesliga-Rechte für IP zu sprechen.
Arena, so heißt es, hat für diese Möglichkeit bereits eine Klage vorbereitet. Die rechtlichen Schritte allerdings bewegen sich Beobachtern zufolge in einer Grauzone, da die EU-Kommission die technische Beschreibung, was denn IP-TV genau sei, nur sehr ungenau formuliert habe.
An der Börse zählen Premiere-Aktien heute zu den großen Gewinnern. Die Titel stehen derzeit mit gut zwei Prozent im Plus bei 12,60 Euro. Der MDax , in dem die Premiere-Anteilsscheine gelistet sind, verliert dagegen zeitgleich nahezu ein Prozent auf 8435 Indexpunkte.