Bus-Sparte DaimlerChrysler wirft Manager raus
Stuttgart - Wie der Autokonzern berichtet, habe Wolfgang Diez, Leiter der DaimlerChrysler -Busaktivitäten und Chef der Evobus GmbH, aus "persönlichen Gründen" sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Man habe bei einer turnusmäßigen Untersuchung Unregelmäßigkeiten entdeckt, die zur Suspendierung von leitenden Mitarbeitern geführt habe.
Die Suspendierung der Manager gehe nicht auf Ermittlungen der US- Börsenaufsicht SEC zurück, sondern man sei selber auf die Fälle gestoßen, hieß es im Konzern. Es sei eine einstellige Personenzahl betroffen, sagte eine Sprecherin. Diez musste offenbar nicht wegen einer persönlichen Beteiligung gehen, sondern weil er als Verantwortlicher seinen Bereich nicht im Griff gehabt haben soll, war zu erfahren.
US-Börsenaufsicht ermittelt seit 2004
Der Autobauer ist derzeit in verschiedene Ermittlungen wegen Betrugs- oder Korruptionsverdacht verwickelt. Dazu wurden auch umfangreiche interne Untersuchungen eingeleitet. Außerdem wurde die konzernweite Organisation "Corporate Compliance Operations" unter der Leitung des ehemaligen China-Chefs Roman Fischer aufgebaut. Sie soll vor allem Vertriebsmitarbeiter unterstützen, damit diese bei ihrer Arbeit sowohl die internen Regeln wie auch die internationalen Anti- Korruptionsgesetze einhalten können.
Die US-Börsenaufsicht ermittelt bereits seit 2004 gegen den Konzern, weil Manager angeblich in mehr als einem Dutzend Länder Schmiergelder gezahlt haben sollen. DaimlerChrysler hatte selber dazu erklärt, dass vor allem in Afrika, Asien und Osteuropa solche Zahlungen erfolgt seien. Laut dem Hamburger Magazin "Stern" vom September mussten im Zuge dieser Ermittlungen bereits etwa 15 Manager den Autokonzern verlassen. Anwaltskosten und Strafzahlungen hätten den Umfang von etwa 400 Millionen Euro erreicht. In die Ermittlungen ist auch die Staatsanwaltschaft Stuttgart eingeschaltet. Sie untersucht Bestechungsvorwürfe wegen der Lieferung von Autos nach Polen und Ghana.
Mehrere hochrangige Vertriebsmanager aus Berlin haben seit Anfang 2005 wegen Graumarktgeschäften und andere Delikte das Unternehmen verlassen müssen. Gegen sieben Mitarbeiter des DaimlerChrysler-Werkes in Bremen wird wegen Bestechlichkeit und Untreue ermittelt.
tim/dpa-AFX/AP