Call-by-Call: Telekom kappt Leitungen - DER SPIEGEL
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Call-by-Call Telekom kappt Leitungen

Wegen unbeglichener Rechnungen hat die Deutsche Telekom dem Telefonanbieter TelDaFax wichtige Leitungen gekappt. Die Sperrungen beträfen die Servicenummern 0180 und 0190 über TelDaFax, Zugänge zum Mobilfunk und Auslandsgespräche, hieß es von der Telekom.
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Bonn/Marburg - Dieser Schritt erfolgte, kurz nachdem TelDaFax wegen drohender Zahlungsunfähigkeit ein Insolvenzverfahren beantragt hatte. Die Aktie der Marburger, die bereits in den vergangenen Wochen abgesackt war, wurde heute vom Handel ausgesetzt.

Wie TelDaFax stehen zahlreiche andere Billig-Anbieter von Call-by-Call-Diensten wegen einer härteren Gangart der Telekom vor dem Aus, hieß es aus Branchenkreisen. Die Telekom wolle von einer Reihe von säumigen Anbietern konsequent Außenstände eintreiben und ihnen notfalls die Leitungen sperren. Die Münchener Callino GmbH sah sich bereits in der vergangenen Woche zu einem Insolvenzverfahren gezwungen.

Die Schulden der Anbieter sollen sich nach Angaben des SPIEGEL insgesamt auf rund eine halbe Milliarde Mark summieren. Diese Zahl wollte Telekom-Sprecher Ulrich Lissek nicht kommentieren.

Beim Call-by-Call fungiert die Telekom mit ihrem Leitungsnetz als Voranbieter. Kunden können Gespräche durch Vorwahl einer gesonderten Nummer führen. Rund 400 Unternehmen - so viele Lizenzen haben die Regulierer ausgegeben - bieten hier im harten Wettbewerb ihre größtenteils preisgünstigen Dienste an. Sie müssen der Telekom, der sie mit Billigtarifen Kunden abjagen wollen, für die Nutzung der Leitungen eine Miete zahlen.

Falls - etwa im Falle TelDaFax - die Insolvenz eines Anbieters tatsächlich festgestellt werde, werde die Telekom bekannt geben, dass die Leitungen gekappt würden. Dann könnten sich auch die Kunden kurzfristig darauf einstellen. Die Telekom hatte zuvor bereits dem Frankfurter Unternehmen Star Telecom die Leitungen gekappt. Andere Anbieter gaben schon auf. Es handele sich um eine "normale Marktbereinigung", meinte Lissek.