CargoLifter "Charly" geht auf Reise
Brand - Die Cargolifter-Tochter Airship Operations (AOPS), der das Luftschiff gehört, solle an das brandenburgische Busreise-Unternehmen Royal-Reisen verkauft werden, berichtet die "Berliner Zeitung" unter Berufung auf ein vertrauliches Schreiben des Insolvenzverwalters Rolf-Dieter Mönning. Cargolifter-Sprecherin Silke Rösser bestätigte, dass es bereits seit längerem Gespräche mit möglichen Käufern gebe, wollte aber keine genaueren Angaben zum Stand der Verhandlungen machen.
Nach Angaben der Zeitung will das Reiseunternehmen das Luftschiff kaufen, um damit Touristen zu befördern. Die AOPS hatte "Charly" vor zwei Jahren in Großbritannien gekauft, um damit Piloten auszubilden. Neben den beiden Flugzeugführern bietet die Kabine des 61 Meter langen Luftschiffs noch Platz für neun Passagiere. Seit einem Monat bietet Cargolifter-Rundflüge über das Werftgelände für 350 Euro an. Nach Angaben des insolventen Unternehmens haben bisher rund 1500 Passagiere das Angebot genutzt. Laut "Berliner Zeitung" fliegt "Charly" dennoch hohe Verluste ein.
Insolvenzverwalter Rolf-Dieter Mönning sucht derzeit nach Geldgebern für die Umsetzung eines abgespeckten Fortführungskonzeptes für CargoLifter. Die neuen Pläne und Finanzierungsmöglichkeiten sollen zur Gläubigerversammlung am 27. September präsentiert werden. Wie Sprecherin Rösser sagte, halten auch die Gespräche mit dem britischen Konkurrenten Advanced Technologies Group (ATG) an. Unbestätigten Angaben zufolge ist das Luftschiffunternehmen ATG an der Produktionshalle von CargoLifter in Brand interessiert.