CargoLifter: Die geplatzten Träume der Luftschiff-Planer - DER SPIEGEL
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CargoLifter Die geplatzten Träume der Luftschiff-Planer

Der Serienstart der Last-Zeppeline von CargoLifter erscheint von Tag zu Tag unwahrscheinlicher. Im letzten Geschäftsjahr hat das Unternehmen ein 100-Millionen-Defizit eingefahren, Investitionen wurden verschoben, das Geld reicht nicht mehr lange.
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Berlin - CargoLifter spart an der Zukunft. Das Defizit von 96,4 Millionen Euro, das im Geschäftsjahr 2000/2001 anfiel, sei kleiner als erwartet, lobte Vorstandschef Carl von Gablenz. Dies allerdings auch nur, weil Investitionen aufgeschoben wurden. Gablenz räumte außerdem Finanzierungsprobleme ein. Schuld seien die derzeit schwachen Aktienmärkte.

CargoLifter wollte die Serienproduktion eines Schwerlast-Luftschiffs nach ursprünglicher Planung 2004/05 beginnen. Möglicherweise werde es jedoch Veränderungen in der "Zeit- und Kostenplanung" geben, kündigte Gablenz an. Nähere Informationen wollte er unter Hinweis auf laufende Planungen nicht geben. Bei der Hauptversammlung am 16. März solle ein neues Konzept vorgestellt werden.

Hoffen auf den Staat

Derzeit sucht das Unternehmen nach weiteren Finanzierungsmöglichkeiten für sein Vorhaben. Mit den vorhandenen Mitteln - Ende 2001 noch 40,3 Millionen Euro - ist die Liquidität laut Finanzvorstand Karl Bangert bis über das erste Quartal 2002 hinaus gesichert. Allerdings würden bis zum Serienstart noch 283 Millionen Euro benötigt. Das Geld solle möglichst über öffentliche Förderungen und den Kapitalmarkt hereinkommen, sagte Bangert. Mit anderen Worten: CargoLifter hofft weiter darauf, durch neue staatliche Mittel Auftrieb zu bekommen. Erst im November 2001 hatte CargoLifter über eine Kapitalerhöhung 34 Millionen Euro eingenommen.

Absturz an der Börse

Bisher ist die Firma nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden vom Land Brandenburg mit 40 Millionen Euro gefördert worden. Damit seien bereits knapp 500 Arbeitsplätze entstanden, die meisten davon auf dem Werftgelände in Briesen-Brand. Allein die Ende 2000 dort fertig gestellte 107 Meter hohe, 360 Meter lange und 210 Meter breite Produktionshalle habe 85,3 Millionen Euro gekostet.

Vor knapp zwei Wochen war der Aktienkurs des im MDax notierten Unternehmens eingebrochen. Gablenz betonte, es habe keiner der strategischen Investoren auch nur eine Aktie verkauft. Am Freitag stabilisierte sie das Papier bei zwischenzeitlich 3,95 Euro. Im Januar war die Aktie erstmals seit dem Börsenstart 2000 unter fünf Euro gefallen.

Unterdessen hat der brandenburgische Wirtschaftsminister Wolfgang Fürniß bestätigt, dass sein Ministerium mit CargoLifter Gespräche über weitere finanzielle Hilfen führt. Er nannte es zwar legitim, dass CargoLifter eine Technologieförderung erbete. Es sei aber kein guter Stil, diese Förderung unter Hinweis auf eine angespannte Finanzlage über die Medien anzumahnen. Ein kaum kaschierter Seitenhieb gegen Gablenz, der wiederholt öffentlich darauf hingewiesen hat, dass das Projekt CargoLifter ohne staatliche Förderung gefährdet sei.