CargoLifter: Letzter Trumpf ist Boeing - DER SPIEGEL
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CargoLifter Letzter Trumpf ist Boeing

Für den zahlungsunfähigen Luftschiffbauer CargoLifter gibt es unter Umständen noch eine Chance. Der amerikanische Luft- und Raumfahrtkonzern Boeing will bis Ende Juli über einen Einstieg entscheiden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Dies kündigte der Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Boeing, George Muellner, am Donnerstag in Berlin an. Beide Unternehmen hatten Anfang Mai eine Absichtserklärung über eine Zusammenarbeit unterzeichnet. Wegen massiver Finanzprobleme musste CargoLifter in der Zwischenzeit die Pläne zum Bau eines riesigen Transport-Luftschiffs einstellen und Insolvenzantrag stellen.

Nach Angaben des brandenburgischen Wirtschaftsministers Wolfgang Fürniß (CDU) gibt es auch noch andere Interessenten für das Unternehmen. Namen nannte er allerdings nicht. Auf dem Spiel stehen insgesamt 500 Arbeitsplätze, die meisten davon auf dem Werftgelände im brandenburgischen Brand. Bis zur Serienreife des geplanten Luftschiffs CL 160 benötigt CargoLifter noch mindestens 420 Millionen Euro. Aber derzeit verfügt das Unternehmen nicht einmal mehr über die 2,5 Millionen Euro für die monatlich anfallenden Gehaltszahlungen.

Bislang zeigte sich Boeing ebenso wie viele andere Unternehmen und der Staat zu keinem finanziellen Engagement bereit. Muellner sagte nun bei seinem Deutschlandbesuch, wegen des Insolvenzantrags werde die Entscheidung über einen Einstieg bei CargoLifter beschleunigt. Sie soll nun innerhalb von 30 bis 45 Tagen fallen. Gleichzeitig dämpfte er die Erwartungen: "Eine finanzielle Beteiligung gehört zu den verschiedenen Möglichkeiten, die wir haben. Sicher ist das nicht."

In der Absichtserklärung hatten Boeing und CargoLifter vereinbart, die Möglichkeiten zum Bau eines Stratosphären-Luftschiffs auszuloten, das in etwa 20 Kilometern Höhe zur Überwachung des Luftraums über den USA eingesetzt wird. Als Kunde könnte Boeing aber auch an den Transport-Ballons CL 75 interessiert sein, die CargoLifter nach dem Verzicht auf das Vorzeige-Projekt CL 160 als wichtigstes Produkt vermarkten will. Diese Ballons könnten beispielsweise zum Transport schwerer Flugzeug-Bauteile eingesetzt werden, sagte Muellner.

Wegen der Finanzprobleme haben bislang die CargoLifter AG sowie das wichtigste Tochterunternehmen Insolvenz angemeldet. Eine Firmensprecherin schloss am Donnerstag nicht aus, dass es weitere Insolvenzanträge geben wird. CargoLifter hat insgesamt 13 Töchter.