Cargolifter-Projekt: Wackelige Luftnummer - DER SPIEGEL
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Cargolifter-Projekt Wackelige Luftnummer

Ein Abheben des geplanten Luftschiffs Cargolifter wird immer unwahrscheinlicher. Einer internen Studie zufolge hat der Lastenflieger zahlreiche technische Unzulänglichkeiten.
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Hamburg - Die Vision vom Lastenluftschiff Cargolifter scheint sich nach einer internen Untersuchung als technisches und finanzielles Himmelfahrtskommando zu entpuppen. Das Projekt, von Bundeskanzler Gerhard Schröder als "große deutsche Ingenieurskunst" gewürdigt, hat bislang 40 Millionen Euro an Steuergeldern verschluckt, zudem stehen über 300 Millionen Euro von Privatanlegern auf dem Spiel.

Schon im Frühjahr droht die Pleite. Vorstandschef Carl von Gablenz, derzeit um 300 Millionen Euro Fördergelder aus öffentlichen Kassen bemüht, holte ein Beraterteam um den früheren Airbus-Chefentwickler Wolfgang Schneider ins Unternehmen. Unter den Experten wachsen die Zweifel am Projekt: Der geplante Lastesel der Lüfte sei allzu wetterempfindlich, der Kerosinverbrauch von über zwei Tonnen pro 100 Kilometer zu hoch.

Die Reichweite betrage keine 1000 Kilometer. Plötzliche Abtriebskräfte könnten das Luftschiff zudem jäh zu Boden drücken, da die voll ausgereizte Zuladung (geplant sind 160 Tonnen) kaum Ballastwasserausgleich zulasse. Völlig realitätsfremd sei der Plan, die Cargolifter-Flotte ohne den Bau weiterer Hallen ständig im Freien zu betreiben. Mit gigantischem Personalaufwand müssten die Helium-Riesen rund um die Uhr betreut werden.

Die auf 2000 Meter begrenzte Flughöhe erlaube über weite Strecken keinen Instrumentenflug, da der Luftraum nah am Boden kaum von der Flugsicherung kontrolliert wird. Das Konzept, so die Befürchtung, laufe auf ein Schönwetterfluggerät hinaus, das die Voraussetzungen zum kommerziellen Einsatz nicht erfülle. Cargolifter-Chef von Gablenz erklärte, die angesprochenen Probleme seien ihm bekannt. Er hält sie jedoch für technisch lösbar.