CargoLifter Zurück bleibt nur eine Rumpfmannschaft
Brand - Zum 1. August werde es so genannte Freistellungen für 60 Prozent der Belegschaft geben, sagte Betriebsratschef Matthias Flörsch am Dienstag in Frankfurt am Main, wo das Unternehmen ein Zweigwerk unterhält. "In der Regel geht dies mit Kündigungen einher", bestätigte er einen Bericht der "Bild"-Zeitung vom selben Tag. Betroffen von den Freistellungen seien Mitarbeiter an allen drei Standorten von CargoLifter im südbrandenburgischen Brand, Kempten (Allgäu) und Frankfurt am Main. "Das ist eine Katastrophe. Aber was wollen Sie machen, wenn Sie kein Geld haben?", fragte er. Aus der CargoLifter-Zentrale war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.
Die Zeppelin Luftschifftechnik in Friedrichshafen trat unterdessen Spekulationen über eine mögliche Fusion mit CargoLifter entgegen. Geschäftsführer Bernd Sträter sagte: "Von unserer Seite muss ich das klar dementieren". Über ein solches Zusammengehen gebe es keine Gespräche. "Ich kann zwar verstehen, dass CargoLifter auf uns schielt, denn wir haben ein modernes Luftschiff neu auf den Markt gebracht", sagte Sträter. Der Zeppelin NT habe jedoch ein völlig anderes technisches Konzept und bediene andere Märkte. Der 75 Meter lange Zeppelin NT war im August 2001 an den Start gegangen. Er wurde hauptsächlich für den Passagierverkehr gebaut.
Die CargoLifter AG und einige Tochtergesellschaften mit rund 500 Mitarbeitern hatten im Juni Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen hatte sich vergeblich um finanzielle Unterstützung von Land und Bund für die Realisierung des Luftschiffs CL 160 bemüht, das einmal schwere Lasten über weiter Entfernungen transportieren soll.