Cargolifter: Zweites Luftschiff soll für Auftrieb sorgen - DER SPIEGEL
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Cargolifter Zweites Luftschiff soll für Auftrieb sorgen

Trotz eines Verlustes von 50 Millionen Euro in einem halben Jahr geht der Cargolifter AG anscheinend nicht die Luft aus. Noch vor der Erprobung des neuartigen Zeppelins soll ein weiterer Testballon gestartet werden.
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Briesen-Brand - Die im brandenburgischen Briesen-Brand ansässige Firma will mit dem Transportballon CL 75 AirCrane neben dem Lufttransportschiff CL 160 ein zweites Produkt entwickeln und vermarkten. Auf Grund von Zeitverzögerungen beim Luftschiff, dessen erster Prototyp nun erst Ende 2003 erprobt werden soll, verschiebe sich das Erreichen der Gewinnschwelle um einige Monate ins Geschäftsjahr 2005/2006, sagte Vorstandschef Carl von Gablenz auf der Hauptversammlung. Auch steige der Kapitalbedarf bis zur Serienreife auf 590 Millionen Euro von bislang berechneten 511 Millionen Euro.

Für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2000/2001 bezifferte Vorstand Karl Bungert nach vorläufigen Zahlen den Verlust per Ende Februar mit 50 Millionen Euro nach 26,6 Millionen Euro im ersten Geschäftsquartal. Für das Geschäftsjahr 1999/2000 hatte das Unternehmen einen Verlust von 67,9 Millionen Euro bilanziert. Seit Firmengründung sind damit bis Ende Februar 2001 rund 160 Millionen Euro an Verlusten aufgelaufen.

Der neuartige AirCrane soll ab Sommer 2002 in Produktion gehen. Die Aktionäre konnten zur Hauptversammlung hautnah den Prototyp des in der Werfthalle verankerten fliegenden Krans mit einem Durchmesser von 61 Metern betrachten. Der Luftkran könne etwa in schwierigem Gelände an Großbaustellen oder in Katastrophengebieten eingesetzt werden, sagte Gablenz. Bis zu 15 Tonnen an Ballast kann er befördern, wie das Technische Hilfswerk am Prototyp vorführte.

Auch sonst war auf der Cargolifter-Hauptversammlung in der riesigen Werfthalle vieles anders als auf gewöhnlichen Aktionärstreffen: An Dividende ist lange nicht zudenken. Und selbst die bei anderen Unternehmen immer noch gängige "Würstchen-Dividende" gab es für die Kapitalgeber - rund 65 Prozent des Kapitals stammt von Privatanlegern - nicht. Die Spreewälder Kartoffelsuppe kostete sieben Mark und die vegetarische Spreewaldpfanne 9,50 Mark.

Mit Merchandising - etwa kleine, silbern glänzende Luftschiffballons - werden erste Einnahmen erzielt, denn richtiger Umsatz kann erst fließen, wenn die Lufttransporter auch im Einsatz sind. Wenn der AirCrane ab Sommer 2002 gefertigt wird, würden auch echte Umsätze generiert, sagte Gablenz zu Journalisten.

Auf das Schwerlast-Luftschiff, das einen Transportradius von bis zu 10.000 Kilometer hat, bis zu 160 Tonnen transportieren kann und das mit acht Turbinen vom neuen Partner General Electric angetrieben wird, müssen die Aktionäre noch bis Ende 2003 warten. Optimale Vorbereitung sei wichtiger als spätere Änderungen, die weitaus kostenintensiver seien, sagte Gablenz. Wenn der 260 Meter lange Prototyp des Luftschiffs dann in der Halle schwebt, dürfte für eine Hauptversammlung allerdings der Platz fehlen.