ÜBERNAHMEN Cerberus will Gerling
Rund eine Milliarde Euro bietet der amerikanische Hedgefonds Cerberus für den Kölner Versicherungskonzern Gerling. Auch andere Interessenten wie die Versicherungsgruppe Talanx oder Zürich Financial Services schauen sich im sogenannten Datenraum die vertraulichen Geschäftsunterlagen des zweitgrößten deutschen Industrieversicherers an. Doch zurzeit gilt Cerberus als Favorit, den US-Investoren wurde eine sogenannte weiche Exklusivität bei den Verhandlungen eingeräumt. Für die beiden Eigentümer Rolf Gerling (94 Prozent der Anteile) und seinen Rechtsanwalt Joachim Theye (6 Prozent) ist das Angebot interessant, weil die Amerikaner bereit sind, die hohen Pensionslasten und wohl auch mögliche Risiken aus alten Rückversicherungsgeschäften zu übernehmen. Gerling war vor drei Jahren vor allem durch fehlgeschlagene Investitionen in den USA in massive Existenznöte geraten. Industriekunden wie Oetker oder Bayer schossen Kapital zu, um ihren traditionsreichen Partner im Versicherungsgeschäft nicht zu verlieren. Seitdem gilt Gerling als Sanierungsfall, doch Verkaufsgespräche zerschlugen sich immer wieder wegen unterschiedlicher Preisvorstellungen.