Charles Wang: Der Plattmacher - DER SPIEGEL
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Charles Wang Der Plattmacher

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Ruf eines Plattmachers haftet Charles Wang, dem Gründer von Computer Associates, schon lange an. In einer Branche, in der man ohnehin mit harten Bandagen arbeitet, hat das schon etwas zu bedeuten. Im Prinzip ging Wang nicht einmal anders vor als viele seiner Kollegen - nur etwas rauer und härter. Wenn ein kleineres Unternehmen eine Software entwickelt hatte, die gut zu Computer Associates passte, kauft Wang den Laden kurzerhand, setzte die Mitarbeiter vor die Tür und integrierte die Software in seine Produktpalette. Immerhin formte er auf diese Weise einen Konzern der in der Liste der 500 größten Unternehmen des US-Wirtschaftsmagazins "Fortune" geführt wird - ein Umsatz im Jahr 2001 (eigene Angaben!) in Höhe von knapp 4,2 Milliarden Dollar reichte immerhin für Platz 387.

Die Platzierung könnte sich allerdings noch ändern, so wie dies in den Jahren 1998 und 1999 der Fall war. Für diesen Zeitraum musste der Vorstand von Computer Associates den Umsatz nämlich um satte 542,8 Millionen Dollar nach unten korrigieren. Für diese "Richtigstellung" interessieren sich inzwischen auch die Staatsanwaltschaft und die US-Börsenaufsicht SEC. Denn alles deutet darauf hin, dass Wang und seine Kollegen Sanjay Kumar und Russell Artzt die Umsatzzahlen nur deshalb so extrem aufgebläht hatten, um den Börsenkurs zu pushen. Zur Belohnung strichen die Manager Aktienoptionen im Wert von rund 1,1 Milliarden Dollar ein - eine Summe, die selbst während der hysterischen späten neunziger Jahre von Börsenfachleuten als unanständig hoch bezeichnet wurde.

Auch innerhalb des Unternehmens ist Wang auf Grund dieser Selbstbereicherung im vergangen Jahr heftig unter Beschuss geraten. Der Multimillionär und Großinvestor bei Computer Associates, Sam Wyly, versuchte unter den Aktionären eine Mehrheit für die Ablösung Wangs zusammenzutrommeln. Nur mit Mühe konnte Wang diesen Angriff parieren. Bleibt abzuwarten, ob er den Ermittlungen der SEC und der Staatsanwaltschaft ebenso gut standhält.