Chase Manhattan: Gute Kontakte zu Nazis - DER SPIEGEL
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Chase Manhattan Gute Kontakte zu Nazis

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Die damalige Chase National Bank im Besitz der Rockefellers - war zur NS-Zeit eine der führenden Banken der USA. Zuständig für das Europageschäft bei Chase war Joseph Larkin, den der US-Autor Charles Higham in seinem Buch "Trading with the Enemy" als Bewunderer Hitlers beschreibt. Der Pariser Chase-Leiter Carlos Niedermann schrieb in einem Brief an die New Yorker Zentrale von den "pleasant relations", die man mit deutschen Organisationen und führenden Offizieren habe - im Mai 1942.

Einem Bericht des US Treasury Departments von 1945 zufolge hat Chase ihren Geschäftsbetrieb in dieser Zeit verdoppelt und auch die Konten für die deutsche Botschaft und für deutsche Firmen geführt. Chase habe auch als Vermittlerin zwischen deutschen Banken und deren Übersee-Niederlassungen während des Krieges gedient. Hingegen hat Chase Higham zufolge die Konten jüdischer Kunden in vorauseilenden Gehorsam gesperrt, noch bevor die Gestapo dies befohlen hatte. Zudem erlaubte Chase in den USA deutschstämmigen Nazi-Symphatisanten, die im Rahmen eines "Rückwanderer-Programms" nach Deutschland zurückkehren wollten, Dollars zu einem vergünstigtem Kurs in Reichsmark zu tauschen. Der Chase-Firmengeschichte zufolge kam das Geld für das Rückwanderer-Programm womöglich auch aus Zwangsverkäufen jüdischer Flüchtlinge, die Deutschland verlassen mussten, schrieb das Wall Street Journal.