Chávez-Initiative: Südamerika gründet eigene Entwicklungsbank - DER SPIEGEL
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Chávez-Initiative Südamerika gründet eigene Entwicklungsbank

Südamerika bekommt eine "Bank des Südens": Die Finanz- und Wirtschaftsminister aus sieben Staaten haben die Gründung einer gemeinsamen Entwicklungsbank beschlossen. Das Institut tritt gegen Weltbank und Internationalen Währungsfonds an - im Kampf gegen den "Imperialismus".
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Rio de Janeiro - Nach Angaben des venezolanischen Finanzministers Rodrigo Cabezas soll der Gründungsvertrag für die Banco del Sur ("Bank des Südens") den Präsidenten vorgelegt und von ihnen am 3. November in Caracas feierlich unterzeichnet werden. Die neue Entwicklungsbank geht auf eine Initiative des linksgerichteten venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez zurück, der sie als Alternative zu den traditionellen internationalen Finanzinstitutionen wie Weltbank und Internationaler Währungsfonds (IWF) aufbauen möchte.

"Wir wollen künftig auf unsere eigene Entwicklungsinstitution zählen, die von uns auch geleitet wird", sagte Cabezas. Die Kreditvergabe der "Bank des Südens" werde nicht an die bei Weltbank und IWF geltenden Bedingungen geknüpft, kündigte er an.

Nach Angaben brasilianischer Regierungsvertreter sind Brasilien, Venezuela, Argentinien, Bolivien, Ecuador, Paraguay und Uruguay stimmberechtigte Gründungsmitglieder. Sitz der künftigen Entwicklungsbank werde Caracas in Venezuela sein.

Die "Bank des Südens" soll die regionale Integration auf dem Kontinent stärken und den wirtschaftlichen Einfluss der USA begrenzen. Bei einem Treffen in Rio de Janeiro unterzeichneten die Vertreter der beteiligten Länder die vorläufige Gründungserklärung für die neue Institution.

Als multinationale Organisation sei die Bank vor allem deshalb wichtig, weil sie ausschließlich südamerikanische Interessen verfolge und von ihren Kunden kontrolliert werde, erklärte der brasilianische Finanzminister Guido Mantega. Die Bank soll über die Vergabe von Krediten Infrastruktur- und Entwicklungsprojekte in der Region ermöglichen.

Die Südamerikaner werfen den bisher dominierenden Organisationen wie Weltbank oder Internationalem Währungsfonds zu harte Bedingungen bei der Kreditvergabe vor. Vor allem der Linksnationalist Chávez spricht von "Erpressung". Die internationalen Institutionen seien Instrumente des Imperialismus.

Wichtige Fragen wie die Höhe des Gesamtkapitals der neuen Entwicklungsbank oder auch die Einlagen der einzelnen Mitglieder blieben vorerst offen. Die finanziellen Einzelheiten sollen nach der feierlichen Unterzeichnung des Vertrages durch die Präsidenten am 3. November in Venezuela geklärt werden. Ecuadors Wirtschaftsminister Fausto Ortiz hatte zuletzt geschätzt, dass die "Bank des Südens" ein Grundkapital von mehr als sieben Milliarden Dollar haben könnte.

wal/AFP/Reuters/dpa-AFX