Chefsuche: Zumwinkel gibt Telekom einen Korb - DER SPIEGEL
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Chefsuche Zumwinkel gibt Telekom einen Korb

Die quälende Suche nach einem neuen Telekom-Vorstandschef wird doch länger dauern, als Voreilige annahmen. Post-Chef Klaus Zumwinkel, zuletzt als heißer Favorit und idealer Sanierer gehandelt, hat keine Lust auf die schwierige Aufgabe.
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Bonn - In einem Brief an die Mitarbeiter des Unternehmens schrieb Zumwinkel, viele im Konzern seien wegen der Meldungen vom Wochenende beunruhigt. Um Klarheit zu schaffen, wolle er "in deutlichen Worten sagen: Ich bleibe Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post World Net".

Am Wochenende hatte es geheißen, Bundesfinanzminister Hans Eichel und Telekom-Aufsichtsratschef Hans Dietrich Winkhaus hätten sich bereits auf Zumwinkel verständigt. Die Post bestätigte, dass der Telekom-Aufsichtsrat bei Zumwinkel angefragt hatte. Bis zum heutigen Montag war Zumwinkel noch in einem Kurzurlaub.

Nun richten sich die Blicke wieder auf den 41-jährigen Kai-Uwe Ricke, bisher Chef von T-Mobile. Zuletzt hieß es, Ricke sei wegen seines geringen Alters und seiner derzeitigen Verantwortung für die Mobilfunksparte des Konzerns nicht der Favorit. Bei T-Mobile muss der Konzern möglicherweise die härtesten Einschnitte vornehmen. Außerdem habe Ricke immer wieder betont, dass sich die US-Mobilfunk-Tochter Voicestream alleine durchsetzen könne, was der derzeitige Telekom-Chef Helmut Sihler öffentlich angezweifelt hat.

Der Bonner Konzern wird seit dem Rausschmiss von Ron Sommer Mitte Juli vom ehemaligen Aufsichtsratschef Sihler geführt. Dieser hat das Amt jedoch nur für sechs Monate übernommen und sich vor allem auf die Fahnen geschrieben, gemeinsam mit Winkhaus einen geeigneten neuen Telekom-Chef zu finden.

Für Zumwinkel sprach, dass er von den Telekom-Arbeitnehmervertretern voraussichtlich unterstützt würde. Abgesehen davon gelang es ihm bei der Post, einen ehemaligen Staatskonzern zu privatisieren und erfolgreich auf Marktreife zu trimmen.

Der Post-Chef hatte ein Ausscheiden aus seinem jetzigen Amt schon zuvor dementiert. In Zeitungsberichten hatte es aber geheißen, dass er sich einer Bitte von Bundeskanzler Gerhard Schröder nicht entziehen werde. Zumwinkel, der die Post unspektakulär in einen Logistikkonzern umgewandelt habe, gilt als erfolgreicher Sanierer.