Chefwechsel bei Porsche Der Blitzaufsteiger
Hamburg - Vor rund eineinhalb Jahren war es für Michael Macht fast schon mal soweit: Als Wendelin Wiedeking kurz vor der Übernahme von Volkswagen stand und damit als Chef des Wolfsburger Konzerns gehandelt wurde, galt Macht bereits als heißer Kandidat für Wiedekings Posten bei Porsche.
Michael Macht: Langjähriger Weggefährte Wiedekings
Foto: Waltraud Grubitzsch/ picture-alliance/ dpaEtwas länger musste Macht dann zwar warten - doch jetzt ist es soweit: Nach SPIEGEL-Informationen tritt er die Nachfolge seines Mentors Wiedeking an und wird Chef des Sportwagenbauers Porsche.
Dass Macht bei dem Stuttgarter Konzern mal ein ganz Großer werden würde, stand schon früh fest. Wiedeking soll bereits Anfang der neunziger Jahre auf den jungen Maschinenbau-Ingenieur aufmerksam geworden sein - und seine Karriere stark befördert haben.
Als Fachreferent für Motorenplanung war Michael Macht 1990 zu Porsche gekommen. Ein Jahr später wechselte der heute 48-Jährige als Leiter in die Abteilung Arbeitsorganisation. Kurz darauf stand Macht vor seiner ersten Bewährungsprobe: Porsche war in die Verlustzone geraten und Wiedeking - damals selber noch Produktionschef - machte Macht zu seinem persönlichen Referenten. Auf diesem Posten blieb er zunächst auch, als Wiedeking auf den Chefposten wechselte.
In dieser Zeit begleitete Macht den Konzernchef auf seinen Reisen nach Japan, um in dortigen Autofabriken das Erfolgsgeheimnis der verschlankten Produktion zu enträtseln. Gemeinsam sollen Macht und Wiedeking die sogenannte Kaizen-Philosophie in der Zuffenhausener Fabrik eingeführt und vorangetrieben haben, die Porsche wieder effizient, produktiv und vor allem profitabel gemacht hat.
Für seinen Einsatz wurde Macht sehr bald belohnt. Um die erfolgreiche Kaizen-Philosophie zu vermarkten, gründete Wiedeking 1994 die Porsche Consulting GmbH. An deren Spitze setzte er Macht. Innerhalb kürzester Zeit machte der gebürtige Stuttgarter aus der Porsche-Beratungstochter ein hochprofitables Unternehmen, das es mit den McKinseys und Roland Bergers in der Branche aufnehmen konnte. Andere Autokonzerne, aber auch branchenfremde Unternehmen holten sich den Berater Macht ins Haus, um ihre Produktionsprozesse zu entschlacken.
1998 dann folgte die vorerst letzte Beförderung für Macht: Wiedeking holte seinen Ziehsohn in den Porsche-Vorstand - als Leiter des Produktionsressorts. Auch hier war Macht schnell erfolgreich. So sorgte er für eine reibungslose Einführung der neuesten Generation der 911er-Baureihe. Als sein Steckenpferd gilt jedoch der Panamera. Der soll im Herbst auf den Markt kommen - wie ein Begrüßungsgeschenk für den neuen Chef.