Chemikalienkartell: Brüssel ermittelt gegen Evonik - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Chemikalienkartell Brüssel ermittelt gegen Evonik

Der Mischkonzern Evonik gerät ins Visier der EU-Kommission. Die Behörde ermittelt wegen möglicher Preisabsprachen für Spezialchemikalien. Das Verfahren erstreckt sich über Deutschland, Österreich, Slowenien und die Slowakei.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Die EU-Wettbewerbsaufsicht hat ihre Untersuchung wegen angeblicher Preisabsprachen für Spezialchemikalien ausgeweitet. "Das Ermittlungsverfahren der EU-Kommission richtet sich teilweise auch gegen Evonik Degussa und eine ihrer Tochtergesellschaften", teilte der Konzern der "Financial Times Deutschland" mit.

Die heutige Evonik-Tochter Degussa werde für Vergehen des Stahlindustriezulieferers SKW Stahl-Metallurgie haftbar gemacht, der bis 2004 zu Degussa gehört hatte. Die EU werfe Degussa vor, selbst an Absprachen beteiligt gewesen zu sein.

SKW ist einer von mehreren Herstellern von Kalziumkarbid und Magnesiumpulver, denen die EU die Bildung eines Preiskartells vorwirft. Das Unternehmen aus dem bayerischen Unterneukirchen, einst Teil von SKW Trostberg, war 2004 von Degussa verkauft und von der Beteiligungsgesellschaft Arques Ende 2006 an die Börse gebracht worden.

Der Zeitung zufolge betreffen die Kartellvorwürfe vor allem den Zeitraum von April 2004 bis Anfang Januar 2007. Auch die niederländische Akzo Nobel hat eingeräumt, zum Kreis der beschuldigten Firmen zu gehören.

Die EU-Kommission hatte im Januar 2007 Gebäude von mehreren Kalziumkarbid-Produzenten in Österreich, Deutschland, der Slowakei und Slowenien untersucht.

wal/Reuters