China-Expansion Wal-Mart will 150.000 Mitarbeiter einstellen
Shenzhen/Peking - In den kommenden fünf Jahren will Wal-Mart sein Personal in China nach eigenen Angaben um 150.000 Mitarbeiter aufstocken. Der verantwortliche Manager Joe Hatfield sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass alleine in diesem Jahr 20 neue Filialen eröffnet werden. Geplant seien Dependancen in Groß- und Kleinstädten. "Wir werden in alle Richtungen wachsen", kündigte Hatfield an. Derzeit beschäftigt der Konzern in der Volksrepublik 30.000 Mitarbeiter.
Den Angaben zufolge könnte das China-Geschäft in 20 Jahren die Dimensionen des Wal-Mart-Heimatmarktes USA annehmen. Dort dominiert der Konzern aus Bentonville, Arkansas, den Einzelhandel. Insgesamt betreibt Wal-Mart 3700 Filialen in den Vereinigten Staaten.
Entsprechend groß ist der Umsatzanteil des US-Geschäfts. Von dem Konzernerlös in Höhe von 312 Milliarden Dollar stammten im vergangenen Geschäftsjahr 80 Prozent aus Nordamerika. Allerdings stößt die Expansion an ihre Grenzen. Zudem hat Wal-Mart in den USA einen schlechten Ruf. Der Konzern muss sich unter anderem gegen den Vorwurf wehren, weibliche Angestellte zu benachteiligen. Auch heißt es, Wal-Mart nehme kleinen Händlern mit seiner Marktmacht die Existenzgrundlage.
Entsprechend suchen die Verantwortlichen nach neuen Wachstumsmöglichkeiten - und wurden dabei jetzt offenbar in China fündig. Bislang ist Wal-Mart dort vergleichsweise schwach vertreten. So reichen die Umsätze nicht, um sich in der Top-30-Liste der chinesischen Einzelhändler zu platzieren.
Vor allem das rasante chinesische Wirtschaftswachstum verspricht in Zukunft dabei gute Geschäfte. Nach Einschätzung von regierungsnahen Experten von heute wächst die Ökonomie im Durchschnitt der nächsten fünf Jahren um 7,5 Prozent.
Angesichts der ehrgeizigen Expansionspläne warnt China-Chef Hatfield allerdings vor Personalproblemen. Wie der Wal-Mart-Manager erklärte, gibt es Pläne für einen eigenen Studiengang in der Volksrepublik, um geeignete Mitarbeiter zu rekrutieren.
suc/Reuters/dpa-AFX