China-Geschäft: Schröders Bescherung - DER SPIEGEL
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China-Geschäft Schröders Bescherung

Für die deutsche Industrie wird sich die China-Reise von Bundeskanzler Schröder als vorgezogenes Weihnachtsgeschenk entpuppen. Allein die Chemie-Branche will Verträge in Höhe von rund neun Milliarden Mark unterzeichnen.
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Peking - So baut der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern Bayer einen kompletten Chemiestandort in Caojing nahe Schanghai mit einer Investition von 6,8 Milliarden Mark. Das Rahmenabkommen über die Chemie- und Polymerproduktion wird in der Großen Halle des Volkes im Beisein von Chinas Ministerpräsident Zhu Rongji und Kanzler Schröder unterzeichnet. Den Startschuss für die Bauarbeiten gibt Schröder am Freitag in Schanghai.

Auch der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF unterzeichnet eine Vereinbarung über ein Projekt am selben Standort Caojing 50 Kilometer vom Stadtzentrum von Schanghai. Es hat einen Umfang von mehr als 2,2 Milliarden Mark, berichtete ein Unternehmenssprecher. Über die Anlage wurde bereits seit fünf Jahren verhandelt. Mit der Vereinbarung wird die Machbarkeitsstudie der Plankommission eingereicht. Anfang 2002 wird die Genehmigung erwartet. Dann beginnt der Bau, der 2005 fertig sein soll.

Nach der Flughafenstrecke in Schanghai hofft das Transrapid-Konsortium auch auf einen Zuschlag für eine Verbindung zum Pekinger Flughafen. Der Vorstandsvorsitzende von Thyssen-Krupp, Ekkehard Schulz, wird Pekings Bürgermeister Liu Qi treffen. Eine Entscheidung soll in der ersten Hälfte des nächsten Jahres fallen. Die Chancen für den Bau einer weiteren Strecke in China beschrieben informierte Kreise als "eher positiver" als vor einem halben Jahr.

Schröder und Zhu Rongji werden am Freitag die Transrapid-Baustelle in Schanghai besuchen. Der Transrapid soll Anfang 2003 erstmals in der Hafenmetropole schweben. Dann soll eine Entscheidung über die 1250 Kilometer lange Strecke zwischen Schanghai und Peking fallen. Chinas Ministerpräsident hat erklärt, der Transrapid könne auch auf dieser lukrativen Langstrecke zum Einsatz kommen, wenn sich die Demonstrationsstrecke bewährt, woran er selbst aber kaum Zweifel hat.

Im Gespräch ist ferner der Verkauf von 30 bis 50 Flugzeugen vom Typ Airbus A 320. Über dieses Geschäft verhandeln die Beteiligten schon seit längerem. Frankreichs Präsident Jacques Chirac hatte in der vergangenen Woche das Geschäft in einem Telefongespräch mit Chinas Staats- und Parteichef Jiang Zemin erneut zur Sprache gebracht, nachdem Boeing den Zuschlag für 30 Maschinen bekommen hatte. 50 Airbusse hätten ein Volumen von 2,3 Milliarden US-Dollar. "Nicht alles ist schon im Koffer, aber die Zeichen stehen gut", sagte ein deutscher Regierungsbeamter.

Die Luftverkehrsbehörde CAAC und China Southwest Airlines, die sechs der Maschinen kaufen will, glauben dagegen nicht, dass es bei dem Besuch schon zu einem Abschluss kommen könnte.