Chip-Konzern Infineon bleibt in den roten Zahlen
Der Nettoverlust betrug von Juli bis September 36 Millionen Euro nach einem Minus von 100 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Er blieb damit deutlich hinter den Erwartungen der von der Nachrichtenagentur Dow Jones befragten Analysten zurück, die mit einem Gewinn von durchschnittlich 25 Millionen Euro gerechnet hatten. Die Verluste im vierten Quartal seien hohen Sonderaufwendungen geschuldet gewesen, erläuterte Infineon. Im dritten Quartal dieses Geschäftsjahres hatte der Konzernverlust 23 Millionen Euro betragen
Beim Umsatz übertrafen die Münchener dagegen die Erwartungen. Der Erlös stieg im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent auf 2,29 Milliarden Euro. Die Analystenprognosen hatten bei 2,1 Milliarden Euro gelegen. Das Umsatzplus hatte sich mit den am Dienstag vorgelegten Zahlen der Speicherchip-Tochter Qimonda bereits abgezeichnet.
Besserung ist laut Infineon nicht in Sicht
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern fiel zwar im vierten Quartal mit 30 Millionen Euro nach einem Minus von 43 Millionen Euro im Vorjahr positiv aus. Die Analysten hatten jedoch mit 77 Millionen Euro gerechnet. Das operative Ergebnis hatte laut Infineon Sonderaufwendungen von 164 Millionen Euro zu verkraften, die vor allem aus der Ausgliederung und dem Börsengang von Qimonda sowie der Insolvenz des Großkunden BenQ Mobile Deutschland resultierten.
Besserung ist laut Infineon auch in dem seit Oktober laufenden ersten Quartal nicht in Sicht. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern werde sich, ohne Berücksichtigung von Qimonda, gegenüber dem vierten Quartal verschlechtern. Gleichzeitig erwartet das Unternehmen vor allem in dem von der BenQ-Insolvenz betroffenen Bereich Kommunikationslösungen einen signifikanten Umsatzrückgang und eine Ausweitung des operativen Fehlbetrags.
Im neu begonnenen Geschäftsjahr will Infineon die wesentlichen Sanierungsarbeiten im Konzern aber abschließen und damit die operative Verlustphase hinter sich lassen. Alle Geschäftsfelder sollen spätestens im vierten Quartal 2006/07 profitabel arbeiten. Lediglich bei der drahtlosen Kommunikation soll die Gewinnzone wie bereits angekündigt ein Quartal später erreicht werden.
Thomas Badtke/ddp