Chipbranche: Intels vorgezogener Sommerschlussverkauf - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Chipbranche Intels vorgezogener Sommerschlussverkauf

Wegen der nach wie vor schwächelnden IT-Nachfrage hat der weltgrößte Chiphersteller Intel die Preise seiner Prozessoren drastisch gesenkt. Weil auch die Preise anderer Computer-Komponenten gefallen sind, dürften PCs demnächst deutlich billiger werden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

San Francisco - Um bis zu 53 Prozent hat der US-Chiphersteller Intel   die Preise seiner Produkte reduziert. So nahm das Unternehmen beispielsweise den Großhandelspreis für seinen schnellsten Prozessor, den Pentium 4 (2,4 Gigahertz) um 29 Prozent auf 400 Dollar zurück. Bei PC-Chips bewegt sich der Abschlag in einer Spanne von vier bis 43 Prozent.

Noch stärker hat Intel die Preise für Laptop-Prozessoren zurückgenommen. Diese wurden um 26 bis 53 Prozent reduziert. Marktbeobachter gehen davon aus, dass das Unternehmen durch die aggressiven Rabatte sein schwächelndes Chip-Geschäft ankurbeln will. Nach Angaben Intels sind die niedrigeren Preise jedoch vor allem das Resultat der Modernisierung von Intels Chip-Fabriken. In seine Produktionsstätten hat der Konzern in den vergangenen Jahren mehrere Milliarden Dollar investiert. "Dies ist die Dividende unserer Investitionen in den vergangenen Jahren", so Intel-Sprecher Robert Manetta.

Intels Erzrivalen Advanced Micro Devices (AMD) dürfte dies enorm unter Druck setzten. Vermutlich wird das Unternehmen in einigen Tagen folgen und seine Preise ebenfalls reduzieren. Marktbeobachter erwarten, dass als Folge nun die Preise für PCs und Laptops purzeln. Denn auch andere Komponenten wie Flachbildschirme und Speicherbausteine sind in den vergangenen Wochen deutlich billiger geworden. Der Preis für Arbeitsspeicher (128 Megabyte SDRAM) liegt derzeit wieder unter der psychologisch wichtigen Marke von zwei Dollar.

Der größte amerikanische PC-Hersteller Dell hat laut einem Bericht des "Handelsblatts" bereits auf Intels Ankündigung reagiert: Das Unternehmen habe die Preise für Desktop-Computer um 52 bis 290 Euro gesenkt. Dells Highend-Notebook koste nun 232 Euro weniger.