Chiphersteller Ex-Chef Schumacher verklagt Infineon
München - "Herr Schumacher hat am Montag Klage beim Landgericht München eingereicht", sagte ein Sprecher Schumachers auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters. Der vormalige Infineon-Chef klage darin auf die Erfüllung seiner rechtmäßigen Ansprüche aus seinem Vertrag.
Infineon wollte gegenüber SPIEGEL ONLINE zunächst keinen Kommentar abgeben und verwies darauf, dass bei dem Unternehmen bislang noch keine Klage eingegangen sei. Schumacher hatte im März 2004 überraschend den Posten als Vorstandsvorsitzender des Münchener Chipherstellers geräumt. Erst ein dreiviertel Jahr später hatte sich das Unternehmen dann mit ihm auf einen Aufhebungsvertrag verständigt.
Infineon hatte im Oktober den zweiten Teil der Restzahlungen aus dem Vertrag an Schumacher gestoppt. Das Unternehmen hatte damals erklärt, die Zahlungsverpflichtungen wegen Untersuchungen der Münchener Staatsanwaltschaft zu überprüfen. Zuvor war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft in der Schmiergeldaffäre im Zusammenhang mit den früheren Motorsportaktivitäten des Münchener Konzerns auch gegen Schumacher ermittle.
Erste Berichte, die Ermittlungen drehten sich um die mögliche Annahme von Vorteilen beim Kauf privater Sportwagen durch Schumacher bestätigten sich aber nicht. Die Staatsanwaltschaft erklärte seinerzeit, es würden keine Ermittlungen wegen angeblicher Fahrzeugkäufe Schumachers weit unter dem Marktpreis geführt.
Hintergrund des gesamten Ermittlungsverfahrens ist ein vermeintlicher Bestechungsfall bei Infineon, bei dem unter anderem der zurückgetretene Infineon-Vorstand Andreas von Zitzewitz Schmiergelder für die Vergabe von Sponsoring-Verträgen im Motorsport erhalten haben soll. Schumacher hatte stets erklärt, nie Schmiergelder oder andere Vorteile angenommen zu haben. Nach dem Stopp der Auszahlungen an ihn hatte Schumacher Infineon-Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley ultimativ aufgefordert, bis 11. November die ihm zustehenden Bezüge zu überweisen.