Chipindustrie: Intel drängt in die Unterhaltung - DER SPIEGEL
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Chipindustrie Intel drängt in die Unterhaltung

Trotz Rekordumsätzen der Halbleiter-Branche rechnen Experten mit einem langsameren Wachstum. Der Marktführer Intel sucht Auswege aus der Monokultur.
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San Jose/New York - Noch läuft das Geschäft mit Mikrochips glänzend, doch die geringere PC-Nachfrage dämpft die Aussichten der Branche. Zwar stieg der weltweite Umsatz der Halbleiter-Industrie nach einem Bericht von Gartner Dataquest im Jahr 2000 um 31 Prozent auf die Rekordsumme von 222,1 Milliarden Dollar. Allerdings habe sich das Wachstum zum Jahresende verlangsamt, so die US-Marktforschungsfirma.

Für das kommende Jahr rechnen die Experten mit einem Umsatzwachstum von wenig über 20 Prozent. In den USA mache sich eine Marktkorrektur bemerkbar: "Dort ist die Nachfrage am geringsten, was hauptsächlich an den starken Zuwächsen im vierten Quartal liegt", sagte Joe D'Elia von Gartner Dataquest. Dagegen sei der Bedarf an Mikrochips in Europa und Asien immer noch hoch.

Intel mit geringstem Wachstum

Folgerichtig machte unter den Branchenriesen vor allem ein japanischer Konzern auf sich aufmerksam: Mit einem Umsatzwachstum von 47,2 Prozent im vergangenen Jahr schwang sich Toshiba nach den Angaben des Marktforschungsinstituts zum zweitgrößten Halbleiter-Hersteller der Welt auf.

Der Marktführer Intel dagegen verlor an Boden und verzeichnete mit elf Prozent das geringste Umsatzwachstum. Das im Vergleich zum Branchentrend enttäuschende Ergebnis führte D'Elia auf die einseitige Ausrichtung des US-Konzerns zurück. "Die Umsätze von Intel sind sehr stark an ein Produkt gebunden", so der Analyst.

Der weltgrößte Halbleiter-Hersteller erwirtschaftet momentan 80 Prozent seines Umsatzes und seiner Erlöse mit Computerchips. Der Verkauf von Mikroprozessoren hängt jedoch vom PC-Geschäft ab - und gerade in diesem Bereich geht die Nachfrage zurück.

Unterhaltungselektronik als Ausweg?

Mit neuen Produkten will Intel das langsamere Wachstum der Prozessor-Sparte ausgleichen. Nach einem Bericht der Online-Ausgabe des "Wall Street Journal" plant der Konzern nun, in den Markt für Konsumelektronik einzusteigen. Intel-Chef Craig Barrett werde am Freitag auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas drei neue Produkte vorstellen, darunter ein tragbares digitales Musikabspielgerät, das neben den populären MP3-Dateien auch andere Formate unterstützen soll.

Dazu kommen das so genannte ChatPad, mit dem E-Mails und Kurznachrichten verschickt werden können, sowie ein mobiles Internet-Zugangsgerät namens WebTablet. Für die neue Sparte erwarte das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 50 Prozent.

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