Chodorkowski-Prozess: Scheibchenweise Urteilsverkündung - DER SPIEGEL
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Chodorkowski-Prozess Scheibchenweise Urteilsverkündung

Im Strafprozess gegen den russischen Ex-Ölmagnaten Michail Chodorkowski hat das Gericht in Moskau die Urteilsverkündung erneut unterbrochen und auf morgen vertagt. Die Verlesung des umfangreichen Verdikts gegen den ehemaligen Jukos-Chef dauert nun schon drei Verhandlungstage.
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Moskau - Die Sitzung werde morgen fortgesetzt, teilte die zuständige Richterin Irina Kolesnikowa mit. Nach russischem Prozessrecht wird das Strafmaß erst zum Ende der Urteilsverkündung bekannt gegeben. Die Verteidigung sprach von absichtlichen Verzögerungen der Urteilsverkündung.

Kolesnikowa begründete heute detailliert den zweiten von insgesamt elf Anklagepunkten. Dabei ging es um den Vorwurf der Missachtung von Gerichtsbeschlüssen bei der Privatisierung eines Forschungsinstituts. Das Gericht hatte bereits zu Wochenbeginn im Grundsatz die Schuld Chodorkowskis und seines mitangeklagten Geschäftspartners Platon Lebedjew anhand der Beweislage bestätigt.

Die Staatsanwaltschaft fordert zehn Jahre Haft für Chodorkowski. Dem Gründer des Ölkonzerns Jukos werden unter anderem schwerer Betrug, Steuerhinterziehung und Urkundenfälschung zur Last gelegt. Die Anklage bezifferte den Gesamtschaden auf umgerechnet knapp 800 Millionen Euro.

Zu dem weiträumig abgeriegelten Gerichtsgebäude im Norden des Moskauer Stadtzentrums wurden wie am Vortag nur Gegner der Angeklagten vorgelassen. An einem Wohnhaus hingen Plakate mit Anti-Chodorkowski-Parolen. Die Spruchbänder seien aus dem Gerichtssaal heraus zu erkennen, meldete die Agentur Interfax.