Chronologie Das lange Ringen um die Landebahn
November 1997:
Im Hamburger Koalitionsvertrag vereinbaren SPD und Grüne "Baumaßnahmen zur Herrichtung der Fläche", falls Airbus sich zur Produktion seines neuen Großflugzeugs in Hamburg entscheidet.
April 2000: Die EU-Kommission billigt zur Airbus-Werkserweiterung die teilweise Zuschüttung der Elbbucht Mühlenberger Loch wegen eines "übergeordneten öffentlichen Interesses".
Dezember 2000: Das Hamburger Verwaltungsgericht untersagt die Zuschüttung des Mühlenberger Lochs. Auch drei spätere Entscheidungen gehen in diese Richtung.
Januar 2001: Airbus verlangt von der Hansestadt bis Mitte Februar Klarheit. Sonst gehe die gesamte Produktion des A380 nach Toulouse.
Februar 2001: Das Hamburger Oberverwaltungsgericht hebt den Baustopp für die Werkserweiterung bis in die Elbbucht Mühlenberger Loch auf.
September 2002: Kläger gegen den Ausbau des Airbus-Geländes reichen einen Eilantrag für einen Baustopp beim Verwaltungsgericht Hamburg ein.
Oktober 2002: Das Verwaltungsgericht lehnt Eilanträge zum Baustopp ab. Die Erweiterung wird fortgesetzt.
November 2002: Das Bundesverfassungsgericht weist in einem Beschluss eine Klage gegen die Verlängerung der Start- und Landebahn um 393 Meter ab.
Mai 2004: Eröffnung der ersten Endmontagelinie für den A380 und somit Start der Serienfertigung.
Juni 2004: Das Hamburger Verwaltungsgericht stoppt den Ausbau für die geplante Startbahnverlängerung um mittlerweile 589 Meter.
August 2004: Das Hamburgische Oberverwaltungsgericht bestätigt den Baustopp. Das Gericht schützt mit seinem Beschluss die Interessen von zehn Grundeigentümern beziehungsweise Pächtern, die enteignet werden sollten. Die Erweiterung des Airbus-Werks in das Mühlenberger Loch um 140 Hektar wird derweil abgeschlossen.
Oktober 2004:
5.10.: Airbus-Gegner bleiben hart und lehnen erhöhte Kaufangebote des Senats für Grundstücke ab. Die Kirche in Neuenfelde besitzt ein Schlüsselgrundstück.
6.10.: Ole von Beust trifft Airbus-Chef Noel Forgeard in Toulouse, der auf eine Entscheidung in Sachen Startbahnverlängerung dringt, weil davon der Bau eines Auslieferungszentrums in Hamburg abhängt.
12.10.: Airbus bietet dem angrenzenden Dorf Neuenfelde einen gemeinnützigen Fonds über drei Millionen Euro an. Die Stadt gibt eine Bestandsgarantie für das Dorf und bietet Ersatzflächen für den Obstanbau an.
21.10.: Beim ersten direkten Gespräch des Bürgermeisters Ole von Beust mit Gegnern des Airbus-Projekts bleiben die Fronten hart.
27.10.: 10.000 Airbus-Beschäftigte demonstrieren für die Startbahn- Verlängerung.
27.10.: Erste öffentliche Podiumsdiskussion in Neuenfelde mit Bürgermeister Ole von Beust.
29.10.: Senat bestätigt, dass ein Rechtsprofessor als Vermittler zwischen Senat und Neuenfelder Kirche mit ihrem Schlüsselgrundstück eingesetzt wird.
November 2004
19.11.: Die Neuenfelder Pankratius-Kirchengemeinde gibt bekannt, dass Gespräche ins Stocken geraten sind.
24.11.: Die Kirche bricht Verhandlungen mit Senat und Airbus über Verkauf des Schlüsselgrundstücks ab.
25.11.: Bürgermeister Ole von Beust ruft den Vorstand der Kirchengemeinde Neuenfelde zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Der Flugzeughersteller Airbus streckt den Zeitplan für eine Verlängerung der Startbahn im Werk Hamburg-Finkenwerder. Die verlängerte Startbahn soll nun erst Mitte des Jahres 2007 zur Verfügung stehen und damit mehr als ein Jahr später als bislang geplant.
30.11.: Das Kauf-Angebot der Stadt läuft um 24.00 Uhr ohne neuen Stand aus. Im Streit um ein Schlüsselgrundstück für die Airbus-Landebahn in Hamburg will Bischöfin Maria Jepsen nicht weiter gegen den Kirchenvorstand der Gemeinde Neuenfelde vorgehen.
1.12.: Die Stadt beginnt mit einem neuen Planfeststellungsverfahren. Neben der Kirchengemeinde Neuenfelde gibt es noch zwei Grundstücksbesitzer, die nicht veräußern wollen. Ihnen droht nun einmal mehr die Enteignung. Die Stadt macht sich Hoffnung. Weil Airbus mittlerweile das Projekt an die verlängerte Piste gekoppelt hat, sehen die Verantwortlichen eine veränderte Ausgangslage gegenüber der Situation im Sommer.
5.12.: Mit dem Kauf von vier Schlüssel-Grundstücken des Obstbauern Cord Quast gelingt dem Senat ein wichtiger Etappensieg. Unter Umständen wird es keine Enteignung im großen Stil geben.