Chrysler: Gläubiger stellen Bedingungen für Schuldenerlass - DER SPIEGEL
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Chrysler Gläubiger stellen Bedingungen für Schuldenerlass

Die Gläubiger des angeschlagenen US-Autoherstellers Chrysler wollen nicht ohne weiteres auf ihre Forderungen in Milliardenhöhe verzichten. Sie fordern einen Anteil an einer künftigen Tochtergesellschaft von Chrysler und Fiat als Kompensation.
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New York - Die offizielle Gegenofferte soll nicht mehr lange auf sich warten lassen. Das berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Demnach sei innerhalb der nächsten Tage, sicherlich aber noch in dieser Woche mit einem Angebot zu rechnen.

Dodge-Produktion: Offizielle Gegenofferte in Vorbereitung

Dodge-Produktion: Offizielle Gegenofferte in Vorbereitung

Foto: AFP

In der Nacht zum Montag hatten die Kreditgeber des angeschlagenen US-Automobilherstellers Chrysler vom US-Finanzministerium Dokumente erhalten, in denen unter anderem Chryslers Kostenstruktur und die operativen Ergebnisse dargelegt werden. Ebenfalls enthalten sind Informationen zu neuen Tarifverträgen und Details zur Partnerschaft mit Fiat.

Zuvor hatte das US-Finanzministerium die Gläubiger zu weitgehenden Zugeständnissen aufgefordert. Chrysler schuldet seinen Kreditgebern rund 6,9 Milliarden Dollar - nun sollen sie sich mit einer Milliarde Dollar begnügen, um Chrysler vor der Abwicklung zu bewahren. Die Übertragung von Anteilen an der neu zu gründenden Tochtergesellschaft von Chrysler und Fiat ist dabei nicht vorgesehen.

Ende März hatten sich Chrysler und Fiat auf eine weltweite Allianz geeinigt. Unter anderem soll Fiat dem US-Unternehmen in seinem Vorhaben helfen, schneller spritsparende Automobile zu bauen.

Der Gläubigerausschuss wurde größtenteils von großen Banken wie JP Morgan Chase, Citigroup, Goldman Sachs Group und Morgan Stanley gesteuert. Am vergangenen Wochenende wurde das Gremium um drei weitere Gläubiger erweitert: Oppenheimer, den Investmentfonds Stairway Capital Management sowie das Beratungs- und Investmentunternehmen Perella Weinberg Partners. Die drei Investoren halten einen Teil von Chryslers Bankschulden, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die drei Fonds waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die Entscheidung, den Steuerungsausschuss zu erweitern, wurde am späten Freitag getroffen. Zuvor hatten einige Nicht-Banken-Gläubiger Schritte unternommen, einen eigenen Gläubigerausschuss zu gründen, sagte ein Insider.

Die Nicht-Banken-Gläubiger zeigten sich misstrauisch gegenüber den Banken, die im Rahmen des Troubled Asset Relief Program (TARP) Finanzhilfen von der US-Regierung erhalten. Sie befürchteten, dass die Regierung auf die TARP-Empfänger Druck ausüben könnte, um Regelungen zu akzeptieren, die nicht in ihrem Sinne seien, sagte der Insider.

mik/Dow Jones/dpa-AFX