Chrysler: LaSordas Zukunftsvisionen - DER SPIEGEL
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Chrysler LaSordas Zukunftsvisionen

Chrysler-Chef Tom LaSorda kämpft um die Zukunft des Autobauers: Die Unsicherheit, ob das Unternehmen verkauft wird oder nicht, sei verheerend und müsse schnell ein Ende finden, erklärt er in einem Interview. Für die Neuausrichtung von Chrysler setzt er sich zudem ehrgeizige Ziele.
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New York/Shanghai - Tom LaSorda macht bei der Sanierung von Chrysler jetzt Dampf: Der CEO will den kriselnden Autobauer endlich unabhängiger vom schwierigen US-Markt machen, wo derzeit noch 90 Prozent der Fahrzeuge verkauft werden. Das Ziel, den Auslandsabsatz von jährlich 200.000 Fahrzeugen im Jahr nur zu verdoppeln, sei "nicht akzeptabel", sagte der Manager dem "Wall Street Journal" (WSJ), die Ziel-Marke müsse angehoben werden.

Der Ausblick für weiteres Wachstum in Nordamerika sei schwach, so LaSorda. Im Kontrast dazu gebe es Chancen in Lateinamerika, Osteuropa und Asien - hier vor allem in China. Dort habe Chrysler aber nur eine geringe Präsenz. Der Export in diese Regionen aus Nordamerika sei zu teuer. Deshalb suche Chrysler nach Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit mit anderen Herstellern, die keine großen Investitionen erforderlich machen.

Verhandlungen mit GM

Partnerschaften mit anderen Herstellern sollen dabei die Kosten der Expansion begrenzen, heißt es in dem Artikel weiter. Im Gespräch seien informierten Kreisen zufolge die gemeinsame Entwicklung eines SUVs mit General Motors  . GM ist in diesem Segment bisher mit dem Chevrolet Suburban vertreten, während Chrysler und dessen Marke Jeep kein vergleichbares Modell im Sortiment haben. Die Verhandlungen laufen den Angaben zufolge seit sechs Monaten.

Bei einem erfolgreichen Abschluss könnte Chrysler erhebliche Entwicklungskosten einsparen. Gespräche gebe es daneben auch über die gemeinsame Entwicklung von Kleinwagen unter Beteiligung der südkoreanischen GM-Tochter Daewoo. LaSorda selbst machte keine Angaben über konkrete Gespräche. Er sagte nur, die Kosten seien "enorm", wenn Chrysler alleine in das Kleinwagensegment vorstoßen muss, weil dann die Entwicklung neuer Getriebe und Bauweisen erforderlich sei.

Verkauf soll schnell entschieden werden

Er wolle eher früher als später eine Entscheidung darüber haben, ob Chrysler Teil der DaimlerChrysler   in Stuttgart bleibe, erklärte LaSorda außerdem. Die Frage einer möglichen Abspaltung oder eines Verkaufs beeinträchtige die Mitarbeiter und auch mögliche Projekte des Automobilproduzenten. Es sei aber unklar, wann diese Frage geklärt werden könne. Informationen des "manager magazins" zufolge verhandelt DaimlerChrysler mit General Motors über einen möglichen Verkauf der US-Tochter.

Chrysler hatte im vergangenen Jahr einen operativen Verlust von 1,5 Milliarden Dollar geschrieben, da die US-Kunden verstärkt die verbrauchsgünstigen Fahrzeuge der Wettbewerber kaufen. Um den Autobauer wieder auf Erfolgskurs zu bringen, hat DaimlerChrysler einen harten Sanierungsplan aufgelegt. 13.000 Jobs werden gestrichen und ein Werk dichtgemacht.

Als weitere Maßnahme wolle Chrysler die Modellpalette um drei bis sechs von derzeit 32 Fahrzeugen reduzieren, erklärte La Sorda nun. Der Konzern müsse nicht mehrerer Modelle im Angebot haben, die bei Größe und Preis vergleichbar seien. Das Angebot eines Automobils in jedem Marktsegment müsse nicht zwangsläufig einen höheren Absatz bedeuten.

Unterdessen hat die Konzernmutter DaimlerChrysler angekündigt, ihre Dodge-Modelle ab diesem Jahr auch in China verkaufen. Der Autohersteller baue ein landesweites Händlernetz auf dem weltweit zweitgrößten Fahrzeugmarkt auf. Bisher hatte der Konzern den chinesischen Kunden nur die Marken Chrysler, Jeep und Mercedes Benz angeboten.

ase/dpa/dpa-AFX