Citigroup Bankchef Pandit muss um Job bangen
New York - Am Dienstag muss er mögliche Investoren davon überzeugen, dass die Bank auf Erfolgskurs ist - und dabei geht es auch um seinen Job: Beim angeschlagenen US-Finanzkonzern Citigroup muss Bankchef Vikram Pandit einem Medienbericht zufolge um seinen Posten bangen. In den Reihen der Bankenaufseher werde intern schon über mögliche Nachfolger für Pandit gesprochen, falls die milliardenschwer gestützte Bank erneute Staatshilfen benötigen sollte, schreibt die "Financial Times". Es sei undenkbar, dass der Konzernchef in diesem Fall an der Spitze bleibe, zitierte die Zeitung Insider.
Die Citigroup ist mit Abschreibungen und Verlusten von mehr als 55 Milliarden Euro einer der größten Verlierer der Finanzkrise. Allein im vergangenen Jahr verlor die Aktie fast 90 Prozent ihres Wertes. Die enormen Staatshilfen und Garantien bei schon drei Rettungsaktionen summieren sich auf fast 350 Milliarden Dollar. Der Staat ist dadurch größter Aktionär mit einem auf bis zu 36 Prozent steigenden Anteil. Über einen Wechsel an der Spitze würde daher laut Experten vor allem das US-Finanzministerium entscheiden.
Für das erste Quartal hatte die Citigroup gerade ein geringeres Minus als erwartet vorgelegt, im Bankkerngeschäft sogar ein Plus. An diesem Dienstag sollte sich Pandit bei der Hauptversammlung der Bank den Fragen der Aktionäre stellen. Der Manager hatte Ende 2007 die Führung übernommen, als die Bank wegen der Krise ihren Chef auswechselte.
Als mögliche Nachfolger sind laut der "Financial Times" der jetzige Finanz-Chef Ned Kelly, sein Vorgänger Gary Crittenden und einer der neuen Vorstände im Gespräch. Dazu gehören Jerry Grundhofer, ehemaliger Chef von US Bancorp, Michael O'Neill, Ex-Chef der Bank of Hawaii, Anthony Santomero, früher bei der Notenbank von Philadelphia und William Thompson, ehemaliger Co-Chef von PacificInvestment. Die Bankenaufsicht FDIC lehnte einen Kommentar allerdings ab.