Coca-Cola Mit neuem Look gegen den Erzfeind
Atlanta - Zurück zu den Wurzeln heißt die Devise beim Getränkekonzern aus Atlanta. So erinnert das geplante, neue Design der Hauptmarke Coca-Cola stark an ihren klassischen Look. Ab Anfang nächsten Jahres werden wieder zwei ineinander verwobene Bänder - ein breites weißes und ein dünnes gelbes - die Flaschen und Dosen schmücken. Sauberer und dynamischer solle das Markenlogo wirken, sagte der Marketingchef des Konzerns, Stephen Jones, dem "Wall Street Journal ". Neu aber doch im Retro-Look gehalten sind auch der abgedunkelte rote Hintergrund und die sprudelnden Luftbläschen.
Dabei hatte das Unternehmen erst vor zweieinhalb Jahren den Marken-Look neu aufgelegt. Damals sollte das Bild einer gerade geöffneten und überschäumenden Flasche den Kunden den Mund wässrig machen. Mittlerweile erscheint dieses Bild den Marketingexperten wohl zu bezeichnend für die aktuelle wirtschaftliche Situation: Das Wachstum klebt fest.
Das Verkaufsgeschäft kränkelt vor allem auf dem Heimatmarkt USA. Letztes Jahr ging der Umsatz des Getränkemultis hier um zwei Prozent zurück, der Anteil am Markt für Limonade schrumpfte um ein halbes Prozent. Weltweit habe der Konzern in der ersten Jahreshälfte 2002 beim Marktanteil jedoch um zwei Prozent zulegen können, sagte Marketingleiter Jones dem "Journal" - allerdings beinhaltet seine Statistik alle Konzernmarken, nicht nur Coca-Cola.
Auch seinem größtem Sorgenkind, der zweitwichtigsten Marke Sprite, will der Konzern im nächsten Jahr ein neues Gesicht verleihen. Bereits im Juli stellte das Unternehmen eine neue TV-Werbekampagne für die Limonade vor, deren weltweite Verkaufszahlen im abgelaufenen Geschäftsjahr laut "Beverage Digest" um 5,8 Prozent eingebrochen sind.
Trotz des schwachen Heimatmarkts besitzt Coca-Cola laut "Business Week" immer noch die wertvollste Marke der Welt, knapp gefolgt vom Softwarehersteller Microsoft. Der Markenwert beträgt dem Magazinbericht vom Juli zufolge 69,67 Milliarden Dollar und stieg damit im Vergleich zum Vorjahr noch um etwa eine Dreiviertelmilliarde Dollar.
Dennoch bröckeln auch in wichtigen Absatzländern jenseits der USA die Verkaufszahlen. Im Januar 1998 erreichten sämtliche Softdrinks des Cola-Konzerns in Deutschland noch einen Marktanteil von 59,9 Prozent. Bis November 2001 rutschte der Wert auf 44 Prozent ab. Von der Verkaufsmisere profitierte Coca-Colas Erzfeind Pepsi: Er legte im selben Zeitraum um fünf Prozentpunkte auf 10,7 Prozent Marktanteil zu.