DEUTSCHE BÖRSE Codename »Cleopatra«
Im so genannten Clearing-Geschäft, der lukrativen Abwicklung internationaler Aktiengeschäfte, will die Deutsche Börse den europäischen Markt aufrollen. Vorstandschef Werner Seifert versucht seit Monaten, von der Finanzholding Cedel auch die restlichen 50 Prozent der Luxemburger Beteiligung Clearstream zu übernehmen. Vor drei Wochen landete er deshalb im Großherzogtum, um sein Fusionsprojekt mit dem Codenamen »Cleopatra« ein weiteres Mal zu präsentieren. Bereits Mitte April hatte sich Seifert mit Cedel-Verwaltungsratschef Bob Douglass in New York getroffen, um ihm einen Verkauf schmackhaft zu machen. Doch der Amerikaner machte dem Börsenchef damals klar, dass es für seinen Übernahmeplan keine Begeisterung gebe und Besorgnis über eine »deutsche Dominanz« herrsche. Deshalb redet Douglass jetzt auch mit Seiferts Gegenspielern. Just einen Tag vor dem Besuch der Deutschen in Luxemburg traf er sich in London mit Chris Tupker. Der ist Verwaltungsratschef des Brüsseler Clearstream-Konkurrenten Euroclear und ebenfalls an einer engen Zusammenarbeit interessiert.