Cola-Offensive in Nahost Irak besteht den Pepsi-Test
Bagdad - Laut einem Bericht des "Wall Street Journals" hat der Cola-Hersteller bereits einen Franchise-Vertrag mit dem irakischen Abfüllunternehmen Baghdad Soft Drinks abgeschlossen. In den kommenden Monaten wolle Pepsi Getränkekonzentrat und Flaschen an den Partner liefern, damit die Produktion im Land beginnen kann. Geplant sei auch die Einführung der Marken Mirinda und 7Up. Der Konzern wolle zugleich eine groß angelegte Marketingkampagne starten.
Einen müsste er nicht überzeugen: Saddam Hussein. Als der Ex-Diktator Anfang Dezember in seinem Erdloch festgenommen wurde, fanden die US-Truppen in der neben stehenden Hütte im Kühlschrank eine Dose 7Up.
Pepsi hatte seine Cola bereits seit den fünfziger Jahren im Irak verkauft. Der Markt mit rund 24 Millionen Einwohnern ist für den Softdrink-Hersteller besonders attraktiv. Die Bevölkerung lehnt alkoholische Getränke aus religiösen Gründen ab, hohe Temperaturen steigern die Nachfrage. 1990 musste sich Pepsi aber auf Grund der Uno-Sanktionen gegen das Regime Saddam Husseins zurückziehen.
Saddam-Sohn an Cola-Abfüller beteiligt
In der Zwischenzeit verkauften Straßenhändler und der Abfüller Baghdad Soft Drinks eigene Softdrink-Produkte. Teilweise benutzten sie dafür Pepsi-Flaschen, die ins Land geschmuggelt wurden. So blieb der Markenname Pepsi präsent.
Für Pepsi ist der Irak ein wichtiger Bestandteil seiner Nahost-Strategie. Der Konzern hofft, seinen Rivalen Coca-Cola dort deutlich deklassieren zu können. In den meisten anderen arabischen Ländern ist das Pepsi bereits gelungen. Im Libanon etwa besetzt der Konzern 83 Prozent des Marktes, Coca-Cola hingegen nur 15 Prozent. Coca-Cola ist wegen seiner Dominanz in Israel, wo der Konzern zwei Drittel des Softdrink-Markts besetzt, sehr unbeliebt. In vielen muslimischen Ländern werden Coca-Colas Produkte boykottiert.
Die irakische Abfüllfirma Baghdad Soft Drinks hat eine bewegte Geschichte. Zehn Prozent der Anteile gehörten Saddam Husseins Sohn Udai, der sich auch aktiv in die Geschäftspolitik einmischte. Noch ist unklar, was mit diesen Anteilen geschehen soll. Dies soll nun die neue irakische Regierung entscheiden.