comdirect bank Rote Zahlen erwartet
Quickborn - Die Commerzbank-Tochter comdirect wird im laufenden Jahr voraussichtlich in die Verlustzone rutschen. Wegen hoher Anlaufkosten im Ausland seien im Konzernergebnis rote Zahlen möglich, sagte Vorstandschef Bernt Weber.
Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte der Direktbroker mit 2,7 Millionen Euro einen deutlich niedrigeren Netto-Gewinn als 1999, in dem noch 10,5 Millionen Euro erzielt wurde. Der Vorsteuergewinn stieg hingegen um 75 Prozent von 14,6 Millionen Euro auf 25,6 Millionen Euro, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens.
Grund zur Freude hatte der Internet-Trader wegen des starken Anstiegs bei der Kundenzahl: Im Jahr 2000 wickelten konzernweit 577.465 Anleger ihre Geschäfte über comdirect ab, das sind 300.000 mehr als Ende 1999. Auch auf Grund vermehrter Order-Aktivitäten (10,3 Millionen) wurde bei den Provisionen ein Überschuss von 190,9 Millionen Euro erzielt (Zuwachs: 147 Prozent).
Das Gesamtergebnis wurde jedoch von hohen Verwaltungsaufwendungen gedrückt: Sie stiegen im Jahresverlauf von 85,4 Millionen Euro auf 221 Millionen Euro. Darin enthalten sind nach Angaben des Unternehmens die Aufwendungen, die durch neue Tochterunternehmen in Großbritannien, Frankreich und Italien entstanden sind. Auch der Aufbau eines zweiten comdirect-Standorts in Kiel sei hier berücksichtigt.
In Frankfurt stiegen comdirect-Aktien im Vormittagshandel um knapp ein Prozent. Die beiden anderen Direktbanken im Nemax 50, ConSors und Direkt Anlage Bank, verzeichneten mit drei beziehungsweise vier Prozent stärkere Kursgewinne.