comdirect Teure Töchter werden nicht flügge
Quickborn - Eigentlich wollte comdirect die Tochtergesellschaften in Frankreich und Italien schon Ende Dezember losgeschlagen habe, aber die Kunden bissen nicht an. Nach Angaben der "Financial Times Deutschland" (FTD) hat die Direktbank immer noch keine Verträge für den Verkauf abgeschlossen.
Schon verspotten Analysten die vollmundigen Ankündigungen der Bank: Es sei doch besser, Verkaufsabsichten erst dann in die Öffentlichkeit hinauszuposaunen, wenn das Geschäft in trockenen Tüchern sei.
600 Kunden in ganz Italien
Mit zwei Interessenten führe comdirect nun weitere Verkaufsgespräche, zitiert das Blatt einen Firmensprecher. Bis zum Frühjahr sollten die Verhandlungen demnach abgeschlossen werden. Im vorigen Jahr verhandelte der Onlinebroker nach eigenen Angaben in Frankreich mit drei Kaufinteressenten, in Italien mit zwei. Drei der fünf Kreditinstitute haben laut "FTD" die Gespräche mittlerweile beendet.
Da die comdirect-Töchter in Frankreich nur 15.500, in Italien gar nur 600 Kunden haben, aber hohe Verluste einbringen, gelten sie nicht gerade als Schnäppchen. Sollte comdirect keine Käufer für die Auslandstöchter finden, müsste das Unternehmen insgesamt rund 180 Millionen Euro auf den Buchwert der Beteiligungen abschreiben, heißt es unter Branchenkennern.