Commerzbank: CoBRa plant neuen Angriff - DER SPIEGEL
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Commerzbank CoBRa plant neuen Angriff

Die Investorengruppe CoBRa will offenbar die Commerzbank von einem anderen Geldinstitut übernehmen lassen. Damit würde die Bank vermutlich zerschlagen.
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Frankfurt am Main - CoBRa sei davon überzeugt, dass der Commerzbank die kritische Masse fehle, um alleine zu überleben, meldet die "Berliner Zeitung" unter Berufung auf Insiderkreise. Das Institut sei deshalb zwangsläufig ein Übernahmekandidat. Statt weiter auf ihrer Eigenständigkeit zu beharren, solle die Commerzbank deshalb dafür sorgen, dass sie für einen starken Partner attraktiv werde.

Am vergangenen Freitag hatte das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen CoBRa gestattet, die Stimmrechte an der Commerzbank wieder auszuüben. Damit hob die Behörde ihren eigenen Beschluss vom Juli 2000 wieder auf, CoBRa die Ausübung der Stimmrechte zu untersagen. Sie begründete den Schritt damit, dass CoBRa keine bedeutende Beteiligung an der Commerzbank mehr halte, weil die Investoren ihren Anteil an der Commerzbank auf unter zehn Prozent reduziert hätten. Tatsächlich hat CoBRa die Beteiligung an der Commerzbank offiziell von rund 17 Prozent auf 9,98 Prozent gesenkt.

Insider hätten der "Berliner Zeitung" jedoch bestätigt, dass die Investoren, die sich zu CoBRa zusammengeschlossen hatten, um ihr Stimmrecht zu bündeln und damit ihren Einfluss auf Commerzbank-Chef Martin Kohlhaussen zu stärken, nach wie vor zusammenhalten. Die offizielle Reduzierung der Beteiligung sei somit nur aus taktischen Gründen erfolgt, um die Entscheidung des Bundesaufsichtsamts zu erwirken und das Stimmrecht auf der Commerzbank-Hauptversammlung am 25. Mai ausüben zu können. Schon im Vorfeld des Aktionärstreffens hat CoBRa die Anfechtung einer Reihe von Maßnahmen der Commerzbank angekündigt.

Commerzbank: Fusionen nicht ausgeschlossen

Die Kritik von CoBRa entzünde sich dabei im Wesentlichen an der bereits beschlossenen Kapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Altaktionäre - welche den Einfluss von CoBRa insgesamt reduziert. Wegen der zu erwartenden heftigen Auseinandersetzungen hat die Commerzbank deshalb vorsorglich eine mögliche Fortsetzung der Hauptversammlung am 26. Mai angekündigt.

Commerzbank-Sprecher Dieter Schütz bezifferte die daraus entstehenden zusätzlichen Kosten auf zwei Millionen Mark. Die Kritik der Aktionärsgruppe sei ungerechtfertigt: "Die Commerzbank ist gut aufgestellt und versteht sich als europäisch integrierte Großbank." Sie könne ihren Weg deshalb allein gehen. Das schließe allerdings nicht aus, dass weiter mit anderen über eine mögliche Zusammenarbeit bis hin zur Fusion oder Integration gesprochen werde.

Karl-Heinz Goedeckemeyer, Analyst bei Hornblower Fischer, sagte dagegen: "Die CoBRa-Investoren haben bislang hohe Verluste gemacht und streben deshalb mit Macht einen Verkauf der Commerzbank an, von dem sie sich Kursgewinne versprechen." Weil das Filialnetz der Commerzbank für einen möglichen Interessenten aber unattraktiv sei, werde es dann wohl zur Zerschlagung des Instituts kommen.