Commerzbank CoBRa stimmt für Vorstand
Frankfurt am Main - Ein Repräsentant der oppositionellen Beteilungsgesellschaft Cobra hat auf der Hauptversammlung erklärt, man werde in allen Tagesordnungspunkten im Sinne des Managements abstimmen. CoBRa-Vertreter Hansgeorg Hofmann begründete die plötzliche Kehrtwende vor den Aktionärsvertretern mit dem anstehenden Wechsel an der Commerzbank-Spitze.
Die Aktionärsgruppe mit knapp zehn Prozent des Kapitals und etwa weiteren acht Prozent sympathisierenden Anteilsstimmen wolle den neuen Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller unterstützen. Dieser übernimmt mit Ablauf der Hauptversammlung die Position von Martin Kohlhaussen.
Der ehemalige Dresdner-Bank-Vorstand Hofmann betonte in diesem Zusammenhang, es sei für das viertgrößte deutsche Geldhaus schädlich, wenn man die "bekannten Schwachstellen" des Instituts in der Öffentlichkeit ausbreitet. Sollte sich die "aktionärsfeindliche Politik" in der Ägide Müller fortsetzen, werde man den vorhandenen Stimmenblock allerdings entsprechend einsetzen.
Dem scheidenden Commerzbank-Sprecher Kohlhaussen warf Hofmann vor, er habe die Bank in die Sackgasse geführt. Ohne starken Partner sei das Geldinstitut mit mehr als vier Millionen Privatkonten im schärfer werdenden Wettbewerb zu klein.
Insgesamt 40 nicht namentlich genannte Aktionäre um die CoBRa-Gruppe hatten zur Hauptversammlung mehrere Sonderanträge eingebracht, um dem Commerzbank-Vorstand das Vertrauen zu entziehen und eine Sonderprüfung durchzusetzen. Die Opponenten kritisierten insbesondere die Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital im vergangenen Jahr, bei der das Bezugsrecht der Commerzbank-Altaktionäre ausgeschlossen war.