Commerzbank CoBRa taktiert wieder
Frankfurt am Main - CoBRa, mit rund 16 Prozent größter Anteilseigner der Commerzbank, will einen Großteil seiner Anteile an ausländische Investoren verkaufen. Hansgeorg Hofmann, Chef der dubiosen Finanzholding, stellte einen Verkauf von rund zehn Prozent der Commerzbank-Aktien in Aussicht.
Durch den geplanten Verkauf der Anteile soll die Beteiligung an der Bank unter zehn Prozent sinken, damit fiele die Investorengruppe nicht mehr unter die Obhut des Bundesaufsichtsamtes für das Kreditwesen. Diese hatte CoBRa bisher an der Ausübung seiner Stimmrechte gehindert.
Nach Meinung von Analysten hängt die Zukunft der Commerzbank nun davon ab, wer die Käufer der Anteile seien. Sofern die Aktien an Fonds verkauft würden, die den Preis der Commerzbank-Papiere derzeit als niedrig ansehen würden, seien Übernahmespekulationen hinfällig. Wenn es sich bei den Käufern allerdings um Banken mit dem strategischen Interesse handele, in Deutschland Fuß zu fassen, müsse die Commerzbank wieder als Übernahmeziel angesehen werden.
Über eine Übernahme der Bank war in der Vergangenheit wiederholt spekuliert worden. Die Commerzbank ist nach Einschätzung von Analysten zu klein, um in dem sich schnell konsolidierenden europäischen Bankensektor selbständig bleiben zu können. Allerdings wird kaum einer ausländischen Bank derzeit ein Interesse an einer Übernahme nachgesagt.
"Ich bin skeptisch, ob die Commerzbank zu einem Übernahmeziel wird", sagte Alexander Plenk, Analyst von der Bankgesellschaft Berlin. "Warum sollte sie für einen Käufer interessant sein? Sie hat wie alle anderen deutschen Banken Probleme mit ihrem kostenintensiven Filialgeschäft und ihr Investmentbankbereich ist auch nicht besonders groß." Außerdem sei der Gewinn pro Aktie zu gering, um das Haus für einen ausländischen Käufer interessant zu machen, sagte Plenk weiter.
Im Verlauf des Vormittagshandels zog die Aktie der Commerzbank zeitweise um über vier Prozent an. Der Deutsche Aktienindex Dax notierte zur gleichen Zeit nahezu unverändert.
Die Commerzbank teilte mit, über Details der Verkaufspläne sei man nicht informiert worden. Es handele sich um Interna der Investorengruppe, sagte ein Sprecher.