Commerzbank CoBRa zischelt wieder
Hamburg - Die Beteiligungsgesellschaft CoBRa will die geplante Kapitalerhöhung der Commerzbank nach Informationen der "Financial Times Deutschland" verhindern. Die Investmentbank Donaldson, Lufkin & Jenkins habe dazu mehrere Strategien entwickelt, die jetzt geprüft würden.
Dazu zählt laut CoBRa-Geschäftsführer Hansgeorg Hofmann die Suche nach einem strategischen Partner. Bislang habe sich die CoBRa nur passiv verhalten, jetzt werde die Investorengruppe aktiv.
Nach Angaben der Zeitung hat die CoBRa ihren Anteil an der Commerzbank inzwischen auf fast 19 Prozent erhöht. Nach der Kapitalerhöhung würde die CoBRa allerdings nur noch 16 Prozent der Aktien besitzen, was das CoBRa-Paket für potenzielle Käufer uninteressanter macht. Ab einer Beteiligung von 25 Prozent und einer Aktie könnte die CoBRa auf einer Hauptversammlung jede Entscheidung blockieren.
Die Commerzbank verfolgt mit der Kapitalerhöhung das Ziel, den Anteil der Großaktionäre Generali, Banco Santander und Mediobanca auf 20 Prozent anzuheben. Damit würde ein Gegengewicht zu der CoBRa geschaffen. Eine feindliche Übernahme der Commerzbank, eingeleitet zum Beispiel durch einen Verkauf der CoBRa-Anteile, könnte fast aus eigener und der Kraft von den Partnern mit der Sperrminorität blockiert werden.
Es ist allerdings fraglich, ob es der CoBRa überhaupt gelingt, eine Käufer für seinen Anteil zu finden. Die CoBRa-Investoren versichern zwar immer wieder, es gebe Interessenten. Die "Financial Times Deutschland" zitiert allerdings auch einen amerikanischen Investmentbanker, der glaubt, dass kein Bankhaus den geforderten Preis bezahlen wird. Seit der Bekanntgabe des CoBRa-Einstiegs verlor die Commerzbank-Aktie über 22 Prozent ihres Wertes.