Commerzbank Die CoBRa wird giftig
Frankfurt am Main - "Die haben mit uns gespielt. Wir haben bisher immer gesagt, dass wir nur Gutes für die Commerzbank wollen. Jetzt sind wir in verschiedenen Lagern", sagte Hofmann dem "Wall Street Journal Europe".
Grund seiner Verärgerung ist die Ankündigung der Commerzbank, die spanische Banco Santander Central Hispano (BSCH) und die italienische Assicurazioni Generali wollten ihre Anteile am Frankfurter Geldhaus verdoppeln. Dies würde bedeuten, dass sich 20 Prozent der Commerzbank-Aktien im Besitz der Partner befänden. Damit wäre es leicht, Übernahmeangebote abzublocken. Bei 25 Prozent und einer Stimme wäre eine Sperrminorität erreicht, die eine Übernahme der Commerzbank gänzlich unmöglich machen würde.
Für CoBRa-Geschäftsführer Hofmann wäre eine solche Situation fatal, da sein Aktienpaket damit keine strategische Bedeutung mehr hätte. Um im Kampf um die Kontrolle der Commerzbank noch eine Chance zu haben, bleiben ihm zwei Möglichkeiten, die er bereits offen angedroht hat.
"Es kann keine Rede davon sein, dass unsere Anteilseigner zum jetzigen Zeitpunkt verkaufen. Wir raten unseren Investoren, beim jetzigen Kursniveau sogar zuzukaufen," sagte Hofmann der "Welt". Gelänge es der CoBRa, ihren Anteil von derzeit 17 Prozent auf über 25 Prozent anzuheben, so wäre es Hofmann möglich, jede Entscheidung der Hauptversammlung zu blockieren.
Eine andere Möglichkeit wäre, jetzt eine außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen und dort die Muskeln spielen zu lassen. Auch diese Möglichkeit zieht Hofmann in Betracht, wie er mehreren Zeitungen versicherte: "Unsere Investoren sind ärgerlich. Man sollte Leute nicht unterschätzen, die viel Geld haben und Zugang zu noch mehr Geld", sagte er.