HERTIE-AFFÄRE Commerzbank durchsucht
In der Hertie-Affäre haben die Steuerfahnder nun auch die Zentrale der Frankfurter Commerzbank durchsucht. Dabei versiegelten die Ermittler für einige Tage das Büro des Bankchefs Martin Kohlhaussen. Bei den Ermittlungen geht es um den Verkauf des einer Stiftung gehörenden Hertie-Konzerns an Karstadt im Jahre 1993. Die den Hertie-Erben gehörende Stiftung erhielt für das Unternehmen damals 1,65 Milliarden Mark. Mit dem Geld kaufte die Stiftung der Commerzbank und der Deutschen Bank ein 30-prozentiges Paket an Karstadt ab. Dennoch blieb die Stiftung, nach Rücksprache mit dem Finanzamt, gemeinnützig und brauchte keine Steuern zu zahlen. Deshalb ermitteln die Fahnder nicht nur gegen die Hertie-Erben, sondern auch gegen hessische Finanzbeamte. Banken wurden bisher nicht beschuldigt. Allerdings prüfen die Ermittler, ob die Verträge mit den Instituten beim Kauf des Karstadt-Pakets korrekt datiert wurden.