Commerzbank: Eklat bei der Hauptversammlung - DER SPIEGEL
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Commerzbank Eklat bei der Hauptversammlung

Auf der Commerzbank-Hauptversammlung ist es zum offenen Streit zwischen Vorstand und Großaktionär CoBRa gekommen. Vorstandssprecher Martin Kohlhaussen warf der Beteiligungsgesellschaft vor, sein Geldhaus zerschlagen zu wollen. CoBRa-Chef Hansgeorg Hofmann kündigte daraufhin an zu demonstrieren, welche Macht die CoBRa habe.
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Frankfurt am Main - CoBRa will auf der Hauptversammlung ihre Muskeln spielen lassen. "Wir werden uns bei einem unproblematischen Tagesordnungspunkt enthalten, um zu zeigen, über welchen Anteil wir hier verfügen", sagte Hofmann am Rande der Aktionärsversammlung in Frankfurt. CoBRa verfügt über 17 Prozent der Commerzbank-Aktien. Angesichts einer Stimmenpräsenz von knapp 56 Prozent verfügt die Gruppe damit über einen Stimmenblock von rund 30 Prozent des auf der Aktionärsversammlung anwesenden Kapitals.

Entgegen ersten Aussagen, wonach ein Verkauf des Aktienpakets von 17 Prozent nicht geplant sei, sagte Hofmann, man suche "eine Allianz der Bank mit einem starken Partner". "Unser Paket wird der Schlüssel dazu sein", so der frühere Dresdner-Topmanager. Zwar habe CoBRa ihre Beteiligung noch niemandem zum Kauf angeboten. Von den Weltfinanzmärkten seien aber schon "Signale für sehr interessante Allianzen mit der Commerzbank" gekommen. Trotzdem werde CoBRa, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der niederländischen Rebon, ihren Anteil an der Commerzbank nicht gegen den Willen des Managements verkaufen, versicherte Hofmann abermals.

Der CoBRa-Geschäftsführer bemängelte auch den Aktienkurs der Commerzbank. Mit 40 Euro sei er zu niedrig. Rechne man die stillen Reserven mit ein, so ergebe sich ein Kurs von 50 Euro, so Hofmann. "Völlig unverständlich" für Kohlhaussen. In einer spontanen Entgegnung hielt der Vorstandssprecher dem CoBra-Chef vor, er erkläre einerseits, keinen Einfluss auf die Geschäftspolitik der Bank nehmen zu wollen. "Aber aus Ihren Worten entnehme ich auch, dass Sie die Bank in eine Allianz mit einem starken Partner drängen oder treiben wollen. Das halte ich für einen Widerspruch", monierte Kohlhausen.

Ausführungen Hofmanns über den Börsenwert der Commerzbank-Beteiligungen interpretierte Kohlhaussen als Beleg für Pläne zu einer möglichen "Zerschlagung der Commerzbank, wie sie in der Presse kolportiert werden".

Nach den Äußerungen Hofmanns kamen andere Aktionäre in Unruhe. Die Gespräche zwischen Commerzbank-Vorstand und CoBRa müssten sofort abgebrochen werden, forderte ein Kleinaktionär von Kohlhaussen. Der Aktionärsvertreter Rudolf Heinz von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre sagte, allein schon der Name CoBRa verheiße "Verderbnis und Tod", nicht jedoch eine Zukunftslösung.