Commerzbank Großaktionär Rebon will mehr
Frankfurt am Main - Erst am Dienstagabend hatte die 100-prozentige Rebon-Tochter CoBRa bekannt gegeben, sie habe ihren 9,9-prozentigen Anteil an der Commerzbank auf 17 Prozent aufgestockt. Auf der Commerzbank-Hauptversammlung am 26. Mai wird damit die Zustimmung der Rebon bei allen wichtigen Entscheidungen nötig sein.
CoBRa-Geschäftsführer Hansgeorg Hofmann mischte sich entgegen eigener Beteuerungen doch in die Geschäftspolitik der Commerzbank ein. Er warb öffentlich für die Partnerschaft mit einem ausländischen Kreditinstitut. Strategisch mache eine grenzüberschreitende Kooperation mehr Sinn, da es bei einer inländischen Lösung zu Überlappungen und Entlassungen kommen könnte, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.
Analysten gehen davon aus, dass CoBRa ihren Anteil erhöht habe, um bei interessierten Banken ein attraktiveres, weil größeres Aktienpaket anbieten zu können. Dieser Anteil könne bis auf 30 Prozent anwachsen, vermuteten sie.
In der Pressemitteilung vom Dienstag hatte die CoBRa bereits angedeutet, dass Rebon sehr wohl an einem Weiterverkauf des Anteils interessiert ist. Die Beteiligung sei eine reine Finanzanlage, welche der Commerzbank die Chance eröffne, mit Hilfe der CoBRa eine langfristig stabile Aktionärsstruktur zu finden, heißt es in der Mitteilung.
"Die CoBRa hat ihren Anteil auf 17 Prozent erhöht, um bei möglichen Käufern eine höhere Prämie auf ihr Paket zu erzielen", sagte Metehan Sen von Sal Oppenheim in Frankfurt. Viele Experten gehen davon aus, dass CoBRa ihren Anteil von zuvor knapp zehn Prozent bereits ohne Erfolg anderen internationalen Geldinstituten zum Kauf angeboten habe.