Commerzbank HSBC plant angeblich feindliche Übernahme
London/Frankfurt - "Hochprofessionelle Strohmänner" hätten schrittweise kleinere Aktienpakete erworben, berichtet die "Welt" unter Berufung auf ein Vorstandsmitglied einer großen europäischen Privatbank. Nach deutschem Aktienrecht müssen Beteiligungen erst gemeldet werden, wenn mehr als fünf Prozent der Stimmrechte in einer Hand liegen. Die Übernahme solle noch vor der Commerzbank-Hauptversammlung am 27. Mai öffentlich eingeleitet werden.
Dazu erklärte ein Sprecher der Commerzbank: "Es gibt nichts zu kommentieren, so lange nur Gerüchte gestreut werden. Uns liegt noch kein Übernahmeangebot auf dem Tisch."! Auch die HSBC teilte mit: "Wir können Gerüchte am Markt nicht kommentieren." Die Zeitung zitiert einen Sprecher der Commerzbank mit den Worten: "Angesichts der Aktionärsstruktur des Hauses ist alles möglich."
HSBC ist mit einer Bilanzsumme von zuletzt 450 Milliarden Euro die Nummer neun weltweit. Sie will laut "Welt" die Commerzbank völlig umbauen. Nach dem Muster der Fusionsstrategie von Dresdner und Deutscher Bank solle das Privatkundengeschäft in einer Filialbank ausgegliedert werden.
Als Partner stehe die Versicherungsgruppe Aachener und Münchener Beteiligungs-AG (AMB) bereit, die dann - wie die Allianz bei Deutsche/Dresdner - einen neuen Vertriebskanal über den Schalter bekomme, schreibt die "Welt". Die Schlüsselrolle beim Konzernumbau dürfte der AMB-Konzernmutter Assicurazioni Generali aus Italien zukommen. Generali ist mit 5,25 Prozent an der Commerzbank beteiligt, die bereits Versicherungspolicen der Generali/AMB-Tochter Hamburger Volksfürsorge vertreibt.
Die Münchener Rück will nach Informationen der "Welt" ihren Vertrieb von Versicherungsprodukten ebenfalls über den Bankschalter erweitern und ihre Beteiligung an der HypoVereinsbank von 6,5 Prozent erhöhen. Am wahrscheinlichsten sei ein Geschäft mit dem Allianz-Konzern, der bisher 17,4 Prozent an der HypoVereinsbank hält.