Commerzbank: Hunderte Investment-Banker fliegen raus - DER SPIEGEL
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Commerzbank Hunderte Investment-Banker fliegen raus

Trotz eines hohen Einmalgewinnes schreibt die Commerzbank rote Zahlen. Büßen müssen dafür vor allem die Mitarbeiter des Investmentbankings. Das oft geschmähte Privatkundengeschäft läuft hingegen profitabel.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Schuld an den Verlusten im dritten Quartal sind hohe Abschreibungen. Der Verlust vor Steuern in den Monaten Juli bis September summierte sich daher auf 133 Millionen Euro. Analysten hatten zuvor noch gehofft, die Commerzbank   werde schwarze Zahlen schreiben. Im zweiten Quartal hatte die Bank noch 25 Millionen Euro vor Steuern verdient.

Einen Ausblick auf der kommenden Quartal verweigerte die Bank. "Angesichts der volatilen Märkte hält es der Vorstand für nicht sinnvoll, eine Prognose für das Gesamtjahr zu geben", hieß es im Zwischenbericht. Ende Oktober hatte Bankchef Klaus-Peter Müller gesagt, er wisse nicht, ob sein Haus im Gesamtjahr noch Gewinn machen werde. 2001 hatte das Institut 43 Millionen Euro vor Steuern verdient.

Das Investmentbanking war im dritten Quartal mit einem Vorsteuerverlust von 126 Millionen Euro der größte Verlustbringer, auch in der Vermögensverwaltung blieb die Bank mit einem Fehlbetrag von 62 Millionen Euro in den roten Zahlen. Der Bereich Private Kunden war mit 14 Millionen Euro ebenso profitabel wie das Firmenkundengeschäft mit sogar 143 Millionen Euro Gewinn vor Steuern. Beim Ergebnis aus Beteiligungen verbuchte die Commerzbank einen Verlust von 531 Millionen Euro. Die Risikovorsorge für faule Kredite habe im dritten Quartal 436 Millionen Euro betragen,.

Ein Großteil der Abschreibungen entfällt auf die Beteiligung des Direktbrokers Comdirect an T-Online. Die Beteiligung war im Jahr 2000 vor dem T-Online-Börsengang im Rahmen einer Kreuzbeteiligung für rund 680 Millionen Euro erworben worden. Der Wert der rund zweiprozentigen Beteiligung sei nun wegen des zwischenzeitlichen Kurseinbruchs bei Internet-Aktien abgeschrieben worden. Für die Comdirect verbuchte die Commerzbank überdies einen Restrukturierungsaufwand von 32 Millionen Euro. Dank der Zusammenlegung der Rheinhyp mit den Hypotheken-Töchtern der Deutschen und der Dresdner Bank erzielte die Commerzbank einen Einmalgewinn von 721 Millionen Euro.

Die Commerzbank kündigte an, die Aktivitäten im Investmentbanking deutlich einzuschränken. Davon betroffen seien rund ein Viertel der 1300 Arbeitsplätze in diesem Bereich, vor allem in London, New York, Tokio und Singapur, aber auch Frankfurt betroffen. Zusätzlich will das Institut in den korrespondierenden Back-Office-Bereichen mindestens 150 Stellen einsparen.