Commerzbank Kohlhaussen rechnet mit Gewinneinbruch
Frankfurt am Main - Für 2001 wird nur noch ein Jahresüberschuss in der "Bandbreite von ein bis 1,2 Milliarden Euro" erwartet, teilte Vorstandschef Martin Kohlhaussen am Mittwoch in Frankfurt mit. "Die Zahlen aus der Erfolgsrechnung für die Monate Januar und Februar signalisieren, dass zurückhaltende Prognosen angebracht sind", sagte er.
Kohlhaussen bestätigte die bereits im Februar vorgelegten Zahlen für das letzte Jahr: Demnach konnte die Bank einen Rekordgewinn von 1,34 Milliarden Euro erzielen. Das ist fast um die Hälfte höher als das bislang beste Ergebnis von 1999. Darin enthalten ist allerdings der Einmalertrag von 1,22 Milliarden Euro aus dem Börsengang der Tochter comdirect bank. Die Bilanzsumme im Konzern erhöhte sich um 24 Prozent oder 88 Milliarden Euro auf 460 Milliarden Euro.
2001 habe "lebhaft" begonnen, sagte Kohlhaussen weiter. Die Konzernbilanzsumme sei um fünf Prozent auf 483 Milliarden Euro gestiegen. Die Bank habe sich eine Fitness-Kur verordnet, um im europäischen Finanzkonzert weiterhin "eine respektable Rolle zu spielen". Mit dem Projekt "CB 21" (Commerzbank im 21. Jahrhundert) solle durch klare Zielgruppen-Orientierung und durch Fokussierung auf Kernkompetenzen das Vorsteuerergebnis in drei Jahren um rund eine Milliarde Euro verbessert werden.
Fusion in Aussicht?
Das Thema Fusion ist für die Commerzbank noch nicht abgehakt. Man sei für "sinnvolle Gespräche" offen, sagte Klaus-Peter Müller, designierter Nachfolger von Kohlhaussen, auf der Pressekonferenz. Auf die Frage, ob er sich neue Gespräche mit der Dresdner Bank vorstellen könnte, sagte Müller im Blick zurück: Die Gespräche seien bekanntlich an dem Widerstand von Dresdner-Bank-Aktionären gescheitert. Wenn diese überzeugt werden könnten, dann wäre die Commerzbank durchaus zu neuen Gesprächen bereit.