Commerzbank Müller will wieder in die erste Liga
Frankfurt am Main - 15 Prozent Eigenkapitalrendite sind das Maß der Dinge. Auch im internationalen Vergleich ein erstklassiger Wert. Doch weniger kommt für Müller nicht in Frage. "Innerhalb der kommenden fünf Jahre muss die Bank dies geschafft haben", sagte er heute auf der Bilanz-Pressekonferenz in Frankfurt am Main. Das Ziel sei durchaus realistisch, fügt er hinzu. Die stetige Verbesserung in allen Bereichen werde dazu beitragen.
"Mit diesen Zahlen ist die Commerzbank auf die Erfolgsspur zurückgekehrt", sagte Müller weiter. So habe die Bank ihr Ziel einer Eigenkapitalrendite nach Steuern von acht Prozent nicht nur erfüllt, "sondern deutlich übererfüllt. Da auch die einzelnen Segmente ihre Vorgaben erreicht oder teilweise weit übertroffen haben, sind wir mit 2005 sehr zufrieden."
Insgesamt konnte das Institut seinen Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 1,165 Milliarden Euro mehr als verdreifachen. Das operative Ergebnis verbesserte sich um 70 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Die Eigenkapitalrendite nach Steuern legte von 4,3 Prozent im Vorjahr auf 12,4 Prozent zu, bereinigt waren es 9,6 Prozent.
Natürlich sollen auch die Aktionäre von dem guten Ergebnis profitieren. Die Dividende soll auf 50 Cent je Aktie verdoppelt werden.
Für das laufende Jahr bekräftigte Müller die Prognose, eine Rendite von mehr als zehn Prozent zu erzielen. Dabei gebe es Spielraum nach oben. Präziser wollte Müller vor dem Abschluss der Eurohypo-Integration nicht werden. Die Commerzbank will Anfang Mai die Arbeit der verschiedenen Projektgruppen zur 4,5 Milliarden Euro teuren Übernahme des gewerblichen Immobilienfinanzierers vorstellen.
Der Kauf der Eurohyp soll nicht die letzte Akquisition gewesen sein. Die Pläne für eine Auslandsakquisition seien "sehr konkret", sagte Müller. Namen wolle er nicht nennen. "wir wollen unsern Wettbewerbern nicht in die Puschen helfen".
Geografisch bleibe Mittel- und Osteuropa zwar im Zentrum des Interesses, doch nicht um jeden Preis. "Wir sind nicht bereit, die derzeit in Ländern wie Russland oder der Ukraine geforderten Preisvorstellungen zu akzeptieren", sagte Müller. Falls diese nicht zurückgeschraubt würden, könne die Bank ihr Geschäft in diesen Ländern auch aus eigener Kraft stärker entwickeln.
Zugleich bekräftigte Müller, ein Gebot für die zum Verkauf stehende Berliner Bank abgegeben zu haben. Näheres dazu wollte er unter Verweis auf eine Verschwiegenheitsvereinbarung aber nicht sagen. Um die Bankgesellschaft-Tochter buhlen neben der Commerzbank noch 21 weitere Banken und Finanzinvestoren.
An der Börse stießen die Zahlen auf ein durchweg positives Echo: Die Aktie der Commerzbank legte bis zum Mittag um rund 1,6 Prozent zu und war damit zunächst der größte Gewinner im Dax.
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