Commerzbank Rebon will Anteil mehr als verdoppeln
Frankfurt am Main - Rebon hatte Mittwoch vergangener Woche bekannt gegeben, 9,9 Prozent der Anteile an der Commerzbank erworben zu haben. Nach Medienberichten stellt dies einen Wert von etwa 4,4 Milliarden Mark dar.
Vedder sagte der "Bild am Sonntag": "Das Mindeste, was wir wollen, ist das, was die Allianz bei der Dresdner Bank hat". Dies sind 21,7 Prozent.
"Mit 9,9 Prozent können Sie ja nicht viel machen. Das ist zu wenig", sagte Vedder weiter. Der Chef der Rebon-Tochter CoBRa Beteiligungsgesellschaft mbH, Hansgeorg Hofmann, hatte vorige Woche noch gesagt, dass Rebon den Anteil auf zwanzig Prozent erhöhen wolle.
Vedder, der in den USA lebt und der sich in dem Zeitungsgespräch als pensionierter Geschäftsmann bezeichnete, begründete den Einstieg bei der Commerzbank mit den Kurschancen. Der Kurs habe sich in den vergangenen drei Jahren verdoppelt. "Er wird sich nach unserer Auffassung in den nächsten zwei Jahren noch einmal verdoppeln."
Rebon hatte bereits das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen darüber informiert, dass sie den Anteil an Commerzbank erhöhen will. Die Behörde bestätigte, dass ein solcher Antrag eingegangen sei. Mit Hinweis auf die Schweigepflicht machte das Amt aber keine Angaben dazu, wie stark Rebon den Anteil aufstocken wolle.
Die "Börsen-Zeitung" berichtete in ihrer Samstagausgabe, das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen werde wahrscheinlich durch eine intensive Prüfung die geplante Erhöhung des Anteils der Rebon an der Commerzbank hinauszögern. Die im Falle einer Anteilaufstockung notwendige Kontrolle durch das Aufsichtsamt werde "eine längere Zeit" in Anspruch nehmen, hieß es in der Zeitung unter Berufung auf Kreise des Amtes.
Die Anteilseignerkontrolle durch die Kreditaufsicht sei ein Standard-Verfahren, wenn ein Anleger seinen Anteil an einer Bank auf über zehn Prozent erhöhen wolle. Das Bundesamt sehe sich dabei grundsätzlich alle ihm nicht bekannten Inhaber einer bedeutenden Bankbeteiligung äußerst gründlich an, hieß es im Zeitungsbericht weiter. Nach dem Kreditwesengesetz kann das Aufsichtsamt den beabsichtigten Erwerb einer bedeutenden Beteiligung oder deren Erhöhung unter bestimmten Voraussetzungen innerhalb von drei Monaten untersagen.
Rebon ist nach eigenen Angaben eine Finanzholding der Kaufleute Klaus-Peter Schneidewind (Düsseldorf) und Vedder (Palm Beach, USA). Schneidewind wird in Bankenkreisen dem Umfeld der Hamburger Immobilien- und Beteiligungsgesellschaft WCM AG zugerechnet. Bislang war der italienische Versicherungskonzern Generali mit einem Anteil von fünf Prozent größter Aktionär der Commerzbank gewesen. Etwa vier Fünftel der Commerzbank-Aktien befinden sich in Streubesitz.